Lugner will vor dem ORF-Zentrum protestieren
 

Lugner will vor dem ORF-Zentrum protestieren

APA
Richard Lugner lockt seine Anhänger mit Freibier.
Richard Lugner lockt seine Anhänger mit Freibier.

Weil der ORF ihn nicht zu den Kurzduellen am Donnerstag eingeladen hat, will Lugner nun direkt am Küniglberg protesierten - inklusive Freibier. Bei den ORF-Radios macht man sich derweil wenig Gedanken über die durchgeführten Relevanzstudien.

Am Donnerstagabend zeigt ORF 2 anlässlich der Wahl des neuen Bundespräsidenten seine Kurzduelle "Die 2 im Gespräch" - allerdings ohne Richard Lugner. Der wurde mangels Relevanz nicht eingeladen. Dagegen protestiert der Baulöwe und Dokusoap-Star seit Tagen. Nun hat er angekündigt, am Donnerstag vor dem ORF-Zentrum am Küniglberg protestieren zu wollen. Alle Unterstützer Lugner seien eingeladen an der Protestaktion teilzunehmen. Lugner verspricht seinen Unterstützern zudem Freibier und kostenlose, antialkoholische Getränke. 

Die Aktion vor dem ORF-Zentrum soll um 18:30 Uhr starten. Wo genau dort, ist aber offenbar noch offen. Wie oe24.at berichtet, habe das Magistrat Lugner nur eine Standfläche von zwei Quadratmetern zugesprochen. Grund dafür sind die Fanzonen der anderen Bundespräsidenten-Unterstützer, die sich bereits angemeldet hatten. 

ORF-Radiochef Amon: "Sonderbehandlungen gibt es für niemanden"



Für die ORF-Radios ist die Relevanz des Bundespräsidentschaftskandidaten Richard Lugner derweil nicht von Relevanz. "Wir gehen mit Lugner so um wie mit allen anderen Kandidaten. Über alle Kandidaten wird journalistisch korrekt und ausgewogen berichtet, Sonderbehandlungen gibt es für niemanden", sagte ORF-Radiodirektor Karl Amon im Gespräch mit der APA.

Die Nichteinladung Lugners zu den Kurzduellen hatte zuletzt für Diskussionen gesorgt. Der ORF begründete seine Entscheidung mit journalistischer Relevanz, stützte sich auf Studien zweier Meinungsforschungsinstitute und musste für diese Entscheidung einiges an Kritik einstecken. Der Sender mache damit selbst Politik, so der Vorwurf. Lugner kündigte eine Beschwerde bei der KommAustria an.

Vor den Kurzduellen am Donnerstagabend wies der ORF noch einmal darauf hin, dass Lugners Kandidatur seit Jahresbeginn "breiter Raum" in der aktuellen Berichterstattung eingeräumt wurde. Abseits von Society-Berichterstattung und Unterhaltungssendungen listete der ORF insgesamt 68 Formate auf, in denen der Baumeister als Diskussionsteilnehmer oder mit Statement vertreten war.

"Wir haben genug Sendegefäße"



Für die ORF-Radios ist Lugners Relevanz unterdessen kein Thema, wie Radiodirektor Amon der APA erläuterte. "Die Frage stellt sich bei uns nicht, denn das ist bei uns auch nicht notwendig. Wir haben es da leichter, wir haben genug Sendegefäße", so Amon. Während Lugner also Donnerstagabend nicht ins "2 im Gespräch"-Studio auf den Küniglberg darf, absolvierte er in der Früh - wie zuvor schon andere Präsidentschaftskandidaten - im Ö3-Studio in Heiligenstadt eine Telefonstunde mit den Hörern des Radios.

Auf die Gleichbehandlung der Präsidentschaftskandidaten weist auch ORF-Radio-Chefredakteur Hannes Aigelsreiter hin. "Die Kandidaten, die 6.000 Unterstützungserklärungen geschafft haben, bekommen bei uns die gleichen Auftrittsmöglichkeiten in den gleichen Sendegefäßen. Das gilt für Ö3 genauso wie für die Ö1-Journale", sagte Aigelsreiter der APA. Die Sendedauer kann allerdings variieren. "Die Länge der Interviews richtet sich nach der Qualität der Aussagen", so der Chefredakteur. Neben Interviews in diversen Formaten laufen auch Reportagen und Porträts zu den Kandidaten. Duelle und Elefantenrunden gibt es in den ORF-Radios indes nicht.
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