lineares TV ade
 

lineares TV ade

Ist das Web-TV das bessere Fernsehen?

Lineares Fernsehen wird es bald nicht mehr geben. Darüber waren sich die Diskutanten des Arbeitskreises "Internet auf der filmischen Überholspur" einig. Unter der Moderation von Marcela Atria (Group M) hatten Karl Wieseneder, Gründer von Laola1.at, Christian Baudis (Tremor Media), Peter Christmann (Stream5), Matthias Ehrlich (United Internet Media), Karl Pall (YouTube), Thomas Prantner (ORF Online) und Sonja Resch (planetlife.tv) auf dem Podium Platz genommen. Selbst ORF-Mann Prantner meinte: "Wir müssen unserer Produkte zum Kunden bringen und nicht darauf warten, dass er sie abholt." Er verwies auf die neue TV-Thek, dessen Launch der ORF heute bei den Medientagen bekannt gab.

Zuvor rückte Wieseneder Laola1.tv ins rechte Bild: Premium-Content - wie etwa seit kurzem die Spiele der höchsten spanischen Fußballklasse (Primera Division) werde dort ebenso geboten, wie Sportarten, die sich in keinem TV-Programm finden würden. Wieseneder: "Uns ist es auch ein Anliegen, die Jugend zum Sport zu bringen." Angesichts der steigenden Körperfülle der nachfolgenden Generation sei das keine unwichtige Aufgabe, so Wieseneder. Damit würde Laola1 einen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllen, eine Aufgabe, die sich der ORF in diesem Bereich entziehe. ORF-Prantner konterte, dass ja TW1 diesen Auftrag sehr wohl erfülle und dass man für die Gebühren ja auch etwas leiste, was private nicht leisten würden. "Wir haben eben eine Mischfinanzierung" verteidigte sich Prantner.

In der Diskussion war das Scharmützel Laola1 - ORF freilich nur ein kleiner Aspekt. Ehrlich berichtet etwa von einer Studie, die nachweist, dass die Werbewirkung von Bewegtbild im Web ähnlich hoch sei, wie im klassischen TV. "Diese Studie berücksichtigt allerdings nicht, dass man im Internet durch Targeting wesentlich zielgruppengenauer agieren kann." Pall wiederum hatte eine eigene Studie parat, die der Werbung auf YouTube eine wesentlich höhere Werbewirkung bescheinigte, als die im TV. Um Content machte sich Pall jedenfalls keine Sorgen: "Derzeit werden pro Minute 20 Stunden Videocontent auf YouTube geladen."

Geht es nach Christmann sollte sich jeder mit Bewegtbild im Web auseinandersetzen. "Diesen auf der eigenen Website anzubieten ist aber zu wenig." Es gehe nun darum, jene die hochwertigen Content haben mit jenen, die die Reichweite haben, zusammenzubringen.

Resch schilderte die Genese des von ihr gegründeten planetlife.tv. "Wir haben vier Jahre lang viel ausprobiert und dafür auch einiges an Geld gebraucht", gestand die TV-Macherin ein. Jetzt sei man allerdings kostendeckend unterwegs - zumal man auch mit der eigene Produktionsfirma Werbespots und Imagefilme produziere. "Ein 15-Sekünder vor einem On-Demand-Video ist allerdings nicht die ideale Werbeform", berichtete Resch. Baudis ergänzte: "Wenn man einen 30-Sekünder vor einem 90 Minuten Film schaltet, den man sich gratis ansehen kann, hat kein User ein Problem damit."



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