Lindner mit 22 Stimmen ORF-Generaldirektorin
 

Lindner mit 22 Stimmen ORF-Generaldirektorin

Überraschend schnell ging die Wahl des neuen ORF-Generaldirektors über die Bühne: Es ist eine Frau.

Dr. Monika Lindner heißt die neue Generaldirektorin des ORF. Die Intendantin des ORF-Landesstudio wurde überraschend schnell mit 22 der insgesamt 35 Stimmen des ORF-Stiftungsrates gewählt. Letztendlich hatten sich die 35 Stiftungsräte auf eine alphabetische Abstimmung geeinigt. Zur Wahl nominiert waren Monika Lindner, Wolfgang Lorenz, Wolfgang Vyslozil, Gerhard Weis und Günther Ziesel.



Nachdem sich die Stiftungsräte im Vorfeld geeinigt hatten, dass die Wahl beendet sei, sobald einer der Kandidaten 18 oder mehr Stimmen erreicht habe, war die Wahl mit der Abstimmung über Lindner auch schon beendet, denn Lindner war in der alphabetischen Ordnung zufällig die Nummer 1.



22 Stimmen für Lindner heißt 13 Enthaltungen. Bis auf Andreas Braun, den Geschäftsführer der Swarovski Kristallwelten, hatten alle der ÖVP und dem FPÖ-Lager zuzurechnenden Stiftungsräte für die derzeitige Intendantin des ORF-Landesstudios Niederösterreich gestimmt. Lindners Amtszeit beginnt am 1. Jänner 2002.



Die neu gewählte ORF-Generaldirektorin zeigte sich in einer ersten Stellungnahme von dem Ergebnis der Wahl "überwältigt" und sprach von einem "unglaublichen Vertrauensbeweis". Die neue ORF-Generaldirektorin betonte, dass sie von ihrem Vorgänger und langjährigen Chef Gerhard Weis ein "hervorragend geführtes Unternehmen, das erstklassig dasteht," übernehme.



Die künftige ORF-Generaldirektorin wird insgesamt sechs Direktoren auf der zweiten Management-Ebene des ORF installieren, außerdem jeweils einen Landesdirektor pro Bundeslandstudio (bisher Landesintendanten). Den sechs Direktoren sind die Aufgaben Information Fernsehen, Programm Fernsehen, Hörfunk, kaufmännische Agenden, Technik sowie Online und Neue Medien zugeordnet. Diese Direktoren werden in den nächsten Tagen ausgeschrieben und bis zum 8. Februar 2002 dem Stiftungsrat zur Abstimmung und Genehmigung vorgelegt. Namen wollte Lindner noch keine nennen.



Zur Zukunft des ORF meinte dessen neue Generaldirektorin, der ORF müsse "streng darauf achten, dass er sich von den kommerziellen Mitbewerbern deutlich unterscheide". Zwar wollte Lindner zu den Programminhalten nicht konkreter werden, betonte aber, dass es für den ORF "einen klaren öffentlich-rechtlichen Auftrag" gebe.

Lindner ist die erste Frau an der Spitze des ORF. Sie habe in der gesamten Diskussion und Argumentation im Vorfeld ihrer Wahl nie die "Frauenkarte" gespielt, meinte die neue ORF-Chefin, doch habe sie ihr Nominierung auch angenommen, weil sie eine Ablehnung als ein falsches Signal in Richtung Frauen gesehen hätte.

(as)

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