"Liberazione" sucht Käufer
 

"Liberazione" sucht Käufer

Das Sprachrohr der italienischen Linkspartei "Rifondazione Comunista" soll verkauft werden.

Nachdem die italienische Regierung die öffentlichen Beiträge für Parteiblätter gestrichen hat, hat die Spitze der Linkspartei "Rifondazione Comunista" aufgrund der hohen Kosten für die Tageszeitung beschlossen, diese zu verkaufen. 37 Redakteure und weitere 30 Mitarbeiter der Zeitung zittern nun um ihren Arbeitsplatz. Die 1991 gegründete Parteizeitung hat mit einigen Problemen zu kämpfen: Neben 3,5 Millionen Euro Schulden ist "Liberazione" von einem starken Absatzrückgang betroffen - die Auflage von 10.000 Exemplaren ist auf die Hälfte zusammengeschrumpft. 2006 erhielt "Liberazione" noch 3,7 Millionen Euro öffentliche Beiträge, die von der Regierung Berlusconi gestrichen wurden. Seit März gibt "Liberazione" eine kostenlose Abendausgabe der Zeitung in Rom und Mailand heraus und wurde somit zum ersten italienischen Blatt, das im Bereich Free Press investiert hat.







Kritische Stimmen, wie der Chefredakteur des Blattes, Piero Sansonetti, glauben daran, dass "Liberazione" aus politischen Gründen geschlossen werden soll. Nun sucht man nach einem Verleger, der sein Geld für das Blatt riskiert. Als möglicher Interessent zählt der Verleger Luca Bonaccorsi, der bereits das Linksmagazin "Left", sowie das Blatt "Alternative per il Socialismo" finanziert, mit der auch "Rifondazione"-Gründer Fausto Bertinotti zusammenarbeitet. Die "Liberazione"-Mitarbeiter plädieren hingegen auf die Gründung einer Journalistengenossenschaft, die das Blatt übernehmen soll.
Neben "Liberazione" ist auch die kommunistische Tageszeitung "Il Manifesto" von den Kürzungen durch die Regierung Berlusconis gefährdet.




(Quelle: APA)
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