Lesezirkel ganz in Weiß
 

Lesezirkel ganz in Weiß

Der österreichische Lesezirkel verändert ab 1. April 2012 sein Aussehen – aus Bunt wird ein hochwertiges Weiß

Der Lesezirkel ändert sein Aussehen. Das Medium, das jeder vom Arzt- oder Friseurbesuch kennt, ist im Osten des Landes in mattem rot gehalten, in der Steiermark ist die Lesezirkel-Mappe grün, in Kärnten und Salzburg blau.

„Ab 1. April wird das Lesezirkel-Cover hochwertiger und einheitlich weiß“, freut sich Elisabeth Spieß, Geschäftsführerin der Lesezirkelagentur, die für die Vermarktung und eben auch die neue Gestaltung des Mediums verantwortlich zeichnet. Ein Erfolg, „in Deutschland, wo der Markt kleinteiliger ist, kann man sich nicht einmal über ein gemeinsames Logo einigen“, so Spieß und sie ergänzt, „wir wollen moderner auftreten und so einen Sprung nach vorne machen“.

In der aktuellen Media-Analyse liegt der österreichische Lesezirkel bei 9,1 Prozent Reichweite und 648.000 Lesern (im Vergleichszeitraum waren es 8,5 Prozent).

Die Geschichte des Lesezirkels reicht bis in das Jahr 1609 zurück, als der Postmeister Pankraz Metzger im deutschen Kitzingen ein Unternehmen gründete, das Druckerzeugnisse verlieh. Der erste österreichische Lesezirkel wurde 1899 gegründet. Damals wurden die Zeitungen für eine Stunde an Interessierte verliehen. Heute ist ein Großteil der in Österreich eigenständigen Lesezirkelfirmen im Verband der österreichischen Lesezirkel organisiert.

Im Grunde ist das Medium ein Produkt, das wunderbar in die heutige Zeit passt, eine Zeit in der das Thema Nachhaltigkeit wieder groß geschrieben wird. Wie funktioniert das Produkt? Zunächst: Jeder kann einen Lesezirkel bestellen. „In Deutschland sind 60 Prozent der Lesezirkel-Abos privat. Daher ist das Medium bekannter als in Österreich, wo eher der Titel des Mediums wahrgenommen wird, aber nicht das Medium Lesezirkel“, erzählt Spieß.

Das System: Die Lesezirkel-Mappen können beim zuständigen Vertrieb für die Dauer einer Woche mit einem Abschlag von rund 40 Prozent „gemietet“ werden. Nach einer Woche werden diese Mappen, die zwischen sieben und neun Titel beinhalten, wieder abgeholt, gegen neue ausgetauscht, und weitervermietet an andere Abonnenten, die weniger bezahlen.
Ein und dieselben Mappen mit dem Lesezirkel-Cover werden so bis zu vier Mal weiter verliehen. Die Titel, die in den Mappen zu finden sind werden um minus 33 Prozent angekauft. Der Lesezirkel bietet einige Standard-Versionen mit mehr als zur Hälfte deutschen Medien, wie Stern, Bunte, Petra, Gala, Neue Post, Spiegel, Schöner Wohnen, Geo oder die Brigitte. Unter den österreichischen Lesezirkelzeitschriften finden sich Seitenblickemagazin, Woman, Wiener, News oder die Miss.
Für die günstigste dritte Edition beispielsweise der Standard Collection mit acht Titeln zahlt man 4,70 Euro pro Woche, inklusive Zustellung und Abholung – Steigerungen sind nach oben möglich. Auch eigene Wunschmappen können zusammengestellt und in erster bis dritter Edition bestellt werden. In Österreich gehen 44 Prozent der Lesezirkel-Abos in den gastronomischen Bereich, also an Kaffeehäuser, Hotels, Restaurants, 27 Prozent sind im Schönheitsumfeld zu finden, bei Friseuren oder in Kosmetiksalons, 17 Prozent in Arztpraxen und Krankenhäusern, acht Prozent in Privathaushalten und vier Prozent in Autohäusern oder auf Tankstellen.

Wünsche erfüllt werden auch vermehrt für Werbekunden. Der Lesezirkel bietet einige Möglichkeiten: Die Hauptwerbeform ist der Aufkleber, ein Kleinplakat auf der Titelseite der Mappe. „In den letzten Jahren sind auch Wunschbuchungen möglich geworden, indem nur ausgewählte Medien belegt werden“, informiert Spieß. Auch kann das gesamte Cover eigenständig gestaltet werden. Weiters gibt es Beihefter – also Prospekte, Flyer und Kataloge, die beigeheftet werden, und lose Beilagen, für eine kurzfristige Auslieferung. Darüber hinaus bieten die Vertriebsunternehmen punktuell in ihrem lokalen Bereich Werbemöglichkeiten.

„Der Lesezirkel ist Nummer vier unter den wöchentlichen Medien in der Media-Analyse, in der Steiermark sogar die Nummer eins und für jeden Lesezirkel-Titel, ob News oder Woman sind wir ein toller Zusatzbonus und ein Fundament auf das man bauen kann“, ist Spieß überzeugt.
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