Leo Kirch wird deutsche Bundesliga vermarkten
 

Leo Kirch wird deutsche Bundesliga vermarkten

Seine Agentur Sirius hat den Zuschlag für die Rechtevermarktung in Deutschland für sechs Jahre erhalten. Für die Auslandsrechte soll noch eine eigene Gesellschaft gegründet werden.

Endlich folgen den Spekulationen die Fakten: In einer Pressekonferenz wurde gestern abend bekanntgegeben, dass die Agentur Sirius, ein Tochterunternehmen von Leo Kirchs Firma KF 15, den Zuschlag bekommen hat, die TV-Rechte der deutschen Fußballbundesliga in Deutschland für sechs Jahre ab der Saison 2009 zu vermarkten. Kirch garantierte der Deutschen Fußballbundesliga (DFL) dafür Einnahmen von 500 Millionen Euro pro Saison - anstatt der bisherigen 440 Millionen. Für die Vermarktung der Auslandsrechte soll noch eine eigene Auslandsgesellschaft gegründet werden.
Durch dieses Zwischenhändlermodell mit Kirch will sich die DFL "unabhängiger von den zunehmenden Unwägbarkeiten des Medienmarktes machen". Außerdem rechnet sie dadurch mit mehr Bietern.


Doch damit nicht genug. Die neue Zusammenarbeit beinhaltet auch ein neues Geschäftsmodell: Kirch wird nämlich nicht nur dei Rechte vergeben, sondern auch als Produzent von redaktionellen Bundesliga-Beiträgen auftreten, die dann als fertige Produktpakete mit Spielberichten und Interviews an TV-Veranstalter verkauft werden sollen - wie es aussieht jedoch nicht als freiwilliges Angebot, sondern eher in Form einer Abnahmeverpflichtung für die Rechteinhaber. Auch dafür wird ein eigenes Unternehmen gegründet, mit 51 Prozent Kirchanteilen und 49 Prozent DFL-Beteiligung. Die DFL-Begründung: mit dem Angebot soll es künftigen Rechteinteressenten ermöglicht werden, die Bundesliga ohne großen Aufwand und mit geringeren Kosten ins Programm zu holen.


Um etwaige Vorbehalte wegen seiner ehemaligen Pleite bei den Verhandlungen mit der DFL auszuräumen, hatte sich Kirch offenbar zuvor eine Bankbürgschaft über drei Milliarden Euro besorgt, schreibt die Financial Times Deutschland.

(dodo)

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