Leo Kirch ist verstorben
 

Leo Kirch ist verstorben

Der Unternehmer hat einen der größten Film- und Fernsehkonzerne Europas aufgebaut.

Leo Kirch war jahrzehntelang einer der mächtigsten Medienunternehmer in Deutschland. Aus dem Nichts hatte er einen der größten Film- und Fernsehkonzerne Europas mit fast 10.000 Beschäftigten aufgebaut. Sein Firmen-Imperium KirchGruppe handelte mit Filmrechten, mischte unter anderem mit den Kanälen ProSieben, Sat.1 und dem Bezahlsender Premiere, dem heutigen Sky mit.

Finanziell geriet die Gruppe 2002 in die Krise und meldete schließlich Insolvenz. Seitdem machte Kirch den früheren Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, für den Niedergang verantwortlich und kämpfte in mehreren Prozessen gegen ihn. Der erbittert geführte Prozess dürfte dennoch nun nicht einfach beendet sein. Im Umfeld Kirchs und der Deutschen Bank hieß es stets, der frühere Medienzar habe alles in die Wege geleitet, dass seine Interessen auch nach seinem Tod weiter verfolgt würden.

Nach der Pleite seines Medienimperiums zog sich Leo Kirch geschäftlich beinahe komplett zurück. Direkt beteiligt blieb er noch bei Constantin Medien aus München, bekannt für den Sender "Sport 1". Sein letzter großer Comeback-Versuch endete vor wenigen Jahren in einer Niederlage. Mit dem Unternehmen Sirius wollte er die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga kaufen und dann teuer weiter verkaufen. Das Kartellamt machte ihm aber einen Strich durch die Rechnung und verbot das Geschäft.

Der ehemalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher streute dem Verstorbenen Rosen. Im Gespräch mit der APA meinte Bacher: "Leo Kirch war der bedeutendste Unternehmer des deutschsprachigen Fernseh- und Filmgeschäftes, schon zu Lebzeiten eine legendäre Figur von internationaler Reichweite." Er war Alleineigentümer eines weltweit operierenden Imperiums, ein "Selfmademan von unglaublicher Kreativität und Tatkraft". Kirch hatte laut Bacher "nur Freunde und Feinde, dazwischen gab es nichts". Aber sowohl für Freund wie auch Feind bleibe Kirch "unvergleichlich und unvergesslich". (APA/Reuters)
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