Leitl: ORF in die ÖIAG
 

Leitl: ORF in die ÖIAG

Könnte nach Ansicht des WKÖ-Präsidenten den ORF "aus den Fängen der Politik befreien"

Die ÖIAG-Debatte birgt auch kreatives Potenzial für die von der Koalition gewünschte Reform des ORF. Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leit (V) nämlich kann sich vorstellen, den Öffentlich-Rechtlichen in die Staatsholding einzugliedern, wie er laut Vorabmeldung der "Kleinen Zeitung" (Donnerstag-Ausgabe) sagte. Den Stiftungsrat könnte man dann gleich auflösen, so sein Vorschlag.

"Der ORF ist ein im internationalen Wettbewerb stehendes Dienstleistungsunternehmen, das von einem eigenverantwortlichen Manager geführt werden soll, dessen Entscheidung nicht davon abhängig sein darf, welches Telefon gerade läutet", meint der Chef des ÖVP-Wirtschaftsbundes. Der Eigentümer wäre Leitls Modell zufolge in der Hauptversammlung vertreten, die einen Aufsichtsrat bestellt. Wer ihm da als Eigentümervertreter vorschwebt, präzisierte er nicht. Solcherart gelänge es aber, den ORF "aus den Fängen der Politik" zu befreien.

Wrabetz hält nichts von den Plänen

ORF-General Alexander Wrabetz findet dieses Szenario indes nicht verlockend: "Ich schätze die ÖIAG oder auch die OMV als großartige Unternehmen, aber der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist doch etwas ganz anderes", sagte er der "Kleinen". "Daher sehe ich diese Perspektive überhaupt nicht."

Der ORF ist nicht der einzige Aktivposten, den sich Leitl für die ÖIAG wünscht, zumal ja auch die ÖVP gerne etwa ÖBB oder Asfinag dort sähe. Er nennt als Möglichkeit eine Eingliederung von allen Bundesbeteiligungen und würde - auf Nachfrage - dies von "Fall zu Fall" auch etwa für Staatsoper oder Nationalbibliothek prüfen. Für nicht richtig hält er es, die Nachfolge des scheidenden ÖIAG-Generals Markus Beyrer zu entscheiden, bevor Klarheit über die Zukunft der Holding besteht.

(APA)
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