Leipziger Medienpreis für Deniz Yücel und Asl...
 

Leipziger Medienpreis für Deniz Yücel und Asli Erdogan

APA/AFP
Asli Erdogan bei einer Pressekonferenz
Asli Erdogan bei einer Pressekonferenz

Der Leipziger Preis für die Freiheit und die Zukunft der Medien geht in diesem Jahr an Deniz Yücel und Asli Erdogan. Das teilte die Medienstiftung der Sparkasse am Donnerstag in Leipzig mit. Die Auszeichnung ist mit 30 000 Euro dotiert.

Der Leipziger Preis für die Freiheit und die Zukunft der Medien geht in diesem Jahr an Deniz Yücel und Asli Erdogan. Das teilte die Medienstiftung der Sparkasse am Donnerstag in Leipzig mit. Die Auszeichnung ist mit 30 000 Euro dotiert.

Mit Yücel und Erdogan würden zwei Journalisten geehrt, "die das einstige Demokratieversprechen der türkischen Republik ernstnehmen und die wegen ihrer kritischen Berichterstattung durch eben diese Republik verfolgt werden", hieß es zur Begründung. Der Preis soll am 6. Oktober in Leipzig verliehen werden.

Der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel sitzt in der Türkei in Haft. Ihm wird Terror-Propaganda vorgeworfen. Der Autorin Asli Erdogan werden Propaganda für eine illegale Organisation und Volksverhetzung angelastet. Sie wurde aus gesundheitlichen Gründen aus der Untersuchungshaft entlassen.

Mit dem Leipziger Medienpreis werden seit 2001 Journalisten und Institutionen geehrt, die sich für die Freiheit der Medien engagieren. Die Auszeichnungen erhielten unter anderem schon Anna Politkowskaja, Seymour Hersh, Alan Johnston oder im Jahr 2016 die türkischen Journalisten Can Dündar und Erdem Gül.

EGMR fordert von Türkei Stellungnahme zu Yücel

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat die türkische Regierung indes einem Bericht zufolge aufgefordert, eine Stellungnahme zum Fall des inhaftierten deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel abzugeben. Das teilte das Gericht Yücels Rechtsanwalt Veysel Ok in einem Schreiben mit, wie die Berliner Tageszeitung "Welt" am Donnerstag berichtete.

Yücel hatte Anfang April beim EGMR Beschwerde gegen seine Inhaftierung eingelegt. Die Stellungnahme der türkischen Regierung sei eine wesentliche Voraussetzung für eine Entscheidung des Gerichtes. Für die Abgabe der Stellungnahme habe das Gericht der türkischen Regierung eine Frist bis einschließlich 23. Oktober gesetzt. Dem Schreiben des EGMR zufolge hat der Gerichtshof auch bei der deutschen Bundesregierung angefragt, ob diese in Anbetracht der deutschen Staatsbürgerschaft Yücels eine Stellungnahme abgeben wolle.

Nach Eingang der Stellungnahme aus Ankara können Yücels Anwälte in einer eigenen Stellungnahme darauf reagieren. Anschließend kann der Fall vor dem EGMR verhandelt werden. Yücel hatte am 6. April Beschwerde vor dem EGMR gegen seine Inhaftierung eingelegt.

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