KV-Aufkündigung: Journalistenstreik droht
 

KV-Aufkündigung: Journalistenstreik droht

UPDATE: VÖZ will Klausur - Gewerkschaft droht mit Kampfmaßnahmen - Verhandlungen gehen am 22. Oktober weiter

Den Verlegern könnten Streiks ins Haus stehen. Das Präsidium der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp und die Betriebsräte-Konferenz haben am Mittwoch einstimmig beschlossen, gegen die einseitige Kündigung des Journalisten-Kollektivvertrags durch den Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) Kampfmaßnahmen bis hin zum Streik einzuleiten. Damit soll verhindert werden, dass ab Jänner ein vertragsloser Zustand entsteht, hieß es in einer Aussendung.

Ein solcher Zustand könnte für die Journalisten in den einzelnen Unternehmen "im schlechtesten Fall nachteilige Arbeitsbedingungen bis hin zu finanziellen Einschränkungen" bedeuten. Der Antrag auf Streikfreigabe werde daher umgehend vom GPA-djp Präsidium an den ÖGB-Vorstand übermittelt.  Dennoch will die Journalistengewerkschaft auch den schon vor der KV-Kündigung vereinbarten Gesprächstermin mit den Verlegern am 22. Oktober wahrnehmen, um die weitere Vorgangsweise zu erörtern. Darüber hinaus soll das Journalistenpräsidium die Rechtswirksamkeit des KV-Kündigungsschreibens überprüfen lassen, hieß es.

Update - VÖZ: "Überschießend"

VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger bezeichnete die Drohung als "überschießend". In der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Branche wären Streiks unverantwortlich, warnte er. Sie könnten "in letzter Konsequenz auch den Anliegen der Journalistinnen und Journalisten nicht zuträglich sein". Vielmehr solle man sich "im Interesse unserer jungen Mitarbeiter möglichst rasch auf einen neuen zukunftstauglichen Kollektivvertrag" einigen, der die Branche nicht überfordere und die Anliegen der Mitarbeiter ernst nehme, so Grünberger. Der VÖZ bot der Gewerkschaft an, die strittigen Punkte im Rahmen einer gemeinsamen Klausur in den kommenden Wochen zu einem Ergebnis zu bringen. Man sei weiterhin zuversichtlich noch in diesem Jahr einen Kompromiss zu erzielen, hieß es in einer Aussendung.

Gewerkschaftsvorsitzender Franz C. Bauer findet den Vorschlag einer gemeinsamen Klausur laut APA zwar "persönlich interessant, aber nicht solange die Messer offen sind", gab er zurück.


  
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