Kulturredaktionen in Kurzarbeit: Grüne und Ne...
 
Kulturredaktionen in Kurzarbeit

Grüne und Neos kritisieren ORF

Markus Wache
Eva Blimlinger (Die Grünen) bei den Österreichischen Medientagen im vergangenen Jahr.
Eva Blimlinger (Die Grünen) bei den Österreichischen Medientagen im vergangenen Jahr.

Die Mediensprecherinnen beider Parteien appellieren, die Kurzarbeit beim ORF nicht – wie angekündigt – bis Juli laufen zu lassen. Blimlinger fürchtet durch die Sparmaßnahmen eine Vernachlässigung des öffentlich-rechtlichen Auftrages.

Während der Corona-Krise schickte der ORF 570 seiner rund 3.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Vor allem der Kulturbereich, der wegen der Absage von Veranstaltungen seiner Tätigkeit nicht in vollem Umfang nachgehen konnte, war von dieser Entscheidung betroffen. Da das Programm trotz der Sparmaßnahmen aufrechterhalten werden muss und dies "kaum zu bewältigen" ist, fordert Eva Blimlinger, Mediensprecherin der Grünen, das Ende der Kurzarbeit in den Kulturredaktionen des ORF.

"Es ist zu befürchten, dass der öffentlich-rechtliche Auftrag gerade im Bereich der Kunst und Kultur nicht erfüllt werden kann, da es nicht ausreichend Personal gibt", skizziert Blimlinger. Mit Ende Mai beginnen wieder Kunst und Kultur-Veranstaltungen. Vor allem seien es jedoch die anhaltenden Diskussionen im Kunst und Kulturbereich über Finanzierung, Öffnungen und Absagen, Zeitpläne und alternative Formate über die zu berichten wäre.
"Eigentlich ist fast mehr zu arbeiten, als in Nicht-Corona-Zeiten und es ist vollkommen unverständlich warum hier die Kurzarbeit in den ORF-Kulturredaktion nicht sofort beendet wird", fasst Blimlinger zusammen.

Neos fordert Unterstützung für Filmschaffende

Wenige Stunden später wandte sich Neos-Mediensprechern Henrike Brandstötter an die Öffentlichkeit: "Filmschaffende sind massiv vom Lockdown und den Sicherheitsmaßnahmen betroffen, gleichzeitig bekommt der ORF öffentliche Gelder, um eben auch die heimische Filmszene zu unterstützen. Angesichts seiner rechtlichen Verpflichtung ist es dringend notwendig, dass die Kurzarbeit beim öffentlichen Rundfunk rasch endet."

Brandstötter hofft, dass die gleichlautende Forderung der Kultursprecherin der Grünen nicht nur eine Forderung bleibt: "Blimlingers Partei ist in der Regierung und sollte sich dafür einsetzen. Ich fordere die zuständigen Regierungsmitglieder auf, im Sinne der Filmschaffenden in Österreich aktiv zu werden."
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