Kündigungsstopp bei deutscher Pin Group
 

Kündigungsstopp bei deutscher Pin Group

Der angeschlagene deutsche Briefdienstleister ist über das große Interesse möglicher Investoren überrascht.

Der ob des Mindestlohns für Briefzusteller in Bedrägnis geratene deutsche Briefdienstleister Pin Group AG hat nun die im Dezember 2007 angekündigten Kündigungen gestoppt, berichtet die "Süddeutschen Zeitung". Der Grund: Das Interesse möglicher Investoren ist größer als vom Unternehmen erwartet. "Wir werden im ersten Quartal weiter deutschlandweit Post austragen, und ich gehe davon aus, dass wir es auch noch länger tun werden", sagt Horst Piepenburg, der neue Geschäftsführer der Pin Group gegenüber der "SZ". Gleichzeitig schloss Piepenburg allerdings nicht aus, dass sämtliche 91 Einzelgesellschaften oder auch die Pin-Holding Insolvenz anmelden.

Zu den möglichen zählt Piepenburg auch die "Altgesellschafter", also vor allem deutsche Zeitungsverlage einschließlich der Axel Springer AG. Doch auch deutsche und internationale Finanzinvestoren hätten angefragt. Priorität sei, die Pin-Gruppe als Gesamtheit anzubieten. Eine Zerschlagung will Piepenburg aber auch nicht ausschließen.

Die Pin Group AG beschäftigt derzeit 9.000 Mitarbeiter. Der angekündigte Abbau von 900 Stellen ist gestoppt und nur zu einem kleinen Teil wirklich wirksam geworden. Am 8. Jänner 2008 hatte die Pin Group bekanntgegeben, dass weitere sieben Tochterunternehmen wegen Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt haben. Damit sind 17 der 91 Gesellschaften mit insgesamt knapp 3.100 Mitarbeitern betroffen. Ihr Geschäftsbetrieb geht jedoch weiter.

(rs)

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