Kronehit sagt Ö3 den Kampf um die junge Zielg...
 

Kronehit sagt Ö3 den Kampf um die junge Zielgruppe an

Abstand bei den Zehn- bis 29-Jährigen hat sich in fünf Jahren halbiert - Ö3 hat "mittel- und langfristige Entwicklungen im Blick" - Kronehit überzeugt davon, hier Ö3 überholen zu werden

Geht es nach den Gesamtzahlen des Radiotests, brachten die vergangenen Jahre nur wenig Bewegung in der österreichischen Senderlandschaft. Zwar konnten die Privaten gegenüber den ORF-Radios sukzessive Boden gut machen, allerdings bleiben die Verschiebungen minimal. Etwas anders verhält es sich, wenn man die Zielgruppe der 10- bis 29-Jährigen betrachtet. Hier konnte der größte Privatsender, Kronehit, seinen Marktanteil seit 2008 beinahe verdoppeln und kommt damit Marktführer Ö3 Stück für Stück näher.

Kronehit will Ö3 in den "nächsten zwei bis drei Jahren" überholen

2008 betrug der Abstand knapp 35 Prozentpunkte (Ö3 49,1 und Kronehit 14,2 Prozent Marktanteil), im ersten Halbjahr 2013 waren es nur noch etwas mehr als 17 Prozentpunkte Unterschied (Ö3 44 und Kronehit 26,8 Prozent). Für Kronehit-Geschäftsführer Ernst Swoboda zeigt sich damit "sehr deutlich, dass Kronehit gerade bei den jüngeren Menschen immer stärker wird und sich der Abstand zu Ö3 dort schon drastisch verkleinert hat. Dass wir Ö3 im jungen Segment einmal überholen werden, ist für mich gewiss. Wann das erfolgen wird, ist seriös nicht zu sagen - vermutlich in den nächsten zwei bis drei Jahren."

Ö3-Senderchef nicht besorgt

Keine Spur von Panik angesichts dieses Umstands herrscht indes bei Ö3-Senderchef Georg Spatt, da es sich bei dieser Zielgruppe für seinen Sender um ein sehr enges Segment handle, das man nicht so zielgerichtet wie der Mitbewerber im Auge habe. "Für Kronehit ist es klar, dass man als neuer Marktteilnehmer versucht, sich eine kleine Position zu erarbeiten", so Spatt im APA-Gespräch. Ö3 habe hingegen "die mittel- und langfristigen Entwicklungen im Blick", auch weil man das Publikum "generationenübergreifend" definiere. Über die Stellung im jungen Segment sei er nicht besorgt. "Es geht uns dort immer noch hervorragend", allerdings würde man die Reichweiten- und Marktanteilsentwicklungen aufmerksam beobachten.

Von Jänner bis Juni dieses Jahres konnte Ö3 außerdem in dieser Zielgruppe wieder zulegen, von 42,3 Prozent Marktanteil im Jahr 2012 auf 44 Prozent. Swoboda führt diesen Umstand vor allem "auf die noch stärkere private Ausrichtung des Programms, die weitere Zurückdrängung aller öffentlich-rechtlicher Inhalte und die noch weitere Reduzierung des für einen gebührenfinanzierten Sender ohnehin bereits inakzeptabel niedrigen Wortanteils" zurück, wie er der APA erklärte.

KommAustria-Beschwerde in Planung

Diese Vorwürfe, die Swoboda auch zu einer Beschwerde bei der KommAustria veranlassen, die er in den kommenden Tagen einbringen will, sind wiederum für Spatt "nicht nachvollziehbar. Kronehit ist ein Wettbewerber und mag uns nicht." Dass Swoboda diesbezüglich die Medienbehörde anruft, sieht er "eine Spur weit auch als Kompliment für meine Mannschaft". Den Vorwürfen selbst sieht er aber gelassen entgegen.

(APA)
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