"Krone" will weiter nichts vom Presserat wiss...
 

"Krone" will weiter nichts vom Presserat wissen

APA
2016 hatte der Presserat 13 Verstöße des Kleinformats gegen den Ehrenkodex festgestellt.
2016 hatte der Presserat 13 Verstöße des Kleinformats gegen den Ehrenkodex festgestellt.

Man halte das Selbstkontrollorgan der österreichischen Presse für zu wenig transparent, meinte Krone.at-Chefredakteur Richard Schmitt sinngemäß.

Die "Kronen Zeitung" hegt weiterhin keinerlei Absichten, sich dem Presserat zu unterwerfen. "Was es in nächster Zeit nicht geben wird, ist eine Mitgliedschaft beim Presserat", sagte Krone.at-Chefredakteur Richard Schmitt im Rahmen des ORF-DialogForums (HORIZONT berichtete). "So, wie das derzeit gestaltet ist, ist das nicht ganz durchschaubar."

Vor kurzem hatte "Österreich" eine sogenannte Selbstverpflichtung beim Presserat hinterlegt. Das heißt, dass es den Ehrenkodex der österreichischen Presse akzeptiert und Entscheidungen des Presserats auch gegen die Zeitung veröffentlicht werden. Dass dieser Schritt mit einem Bonus in einer reformierten Presseförderung zu tun haben könnte, stellte "Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner in Abrede.

Die "Kronen Zeitung" wird wohl gar nicht in Verlegenheit kommen, so eine Frage zu beantworten. Dort zeigt man weiter keine Lust, den Ehrenkodex zu akzeptieren. 2016 hatte der Presserat 13 Verstöße des Kleinformats gegen den Ehrenkodex festgestellt.

Man halte das Selbstkontrollorgan der österreichischen Presse für zu wenig transparent, meinte Schmitt sinngemäß. "Soeben ist das vierte Verfahren gegen meine Person wieder eingestellt worden - ich weiß nicht auf was für einer Basis diese Entscheidung getroffen wurde." Es werde "schwierig, wenn Kollegen über Kollegen urteilen. Ich habe da so meine Bedenken, und die wird man so schnell nicht entkräften." Schmitt selbst stand zuletzt in der Kritik, nachdem er eine mit öffentlichen Mitteln geförderte Schreibreise der Autorin Stefanie Sargnagel angeprangert hatte.

Kommunikationswissenschaftler Matthias Karmasin hielt ihm allerdings entgegen, dass die "Krone" wohl mehr über die Presserats-Verfahren erfahren könnte, wenn sie Mitglied sei. Dass nicht gleiche Regeln für alle Marktteilnehmer gelten, hält er für ein "Strukturproblem".
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