Kritik an Zahlen: Fellner zur Media Analyse: ...
 
Kritik an Zahlen

Fellner zur Media Analyse: 'Das ist völlig indiskutabel'

David Bohmann

Chef der Mediengruppe Österreich kritisiert aktuelle Reichweiten-Daten und ruft den Kontrollausschuss an. Es geht um die Diskrepanz zwischen ÖAK-geprüfter Auflage und Reichweiten-Daten der Media Analyse. 

Wolfgang Fellner ist wieder einmal not amused: Die aktuellen Reichweiten-Daten der Media Analyse veranlassen den Chef der Mediengruppe Österreich dazu, den Kontrollausschuss der Media Analyse anzurufen. Man wolle wissen, was da passiert sei, sagt Fellner im Telefonat mit HORIZONT. Worum es geht? Die am Donnerstag veröffentlichte MA weist oe24, dem Gratistitel der Mediengruppe, etwa für Wien einen Wert von 9,6 Prozent Reichweite aus, das entspricht 153.000 Personen. Fellner verweist auf gut 305.000 Stück Auflage laut Österreichischer Auflagenkontrolle im zweiten Halbjahr 2020, die er in Wien verbreitet.

"Diese Zahlen habe nichts mehr mit der Wirklichkeit zu tun", so Fellner, der den Kontrollausschuss der Media Analyse bemüht: "Da kann etwas nicht stimmen, das ist völlig indiskutabel." Weiters stört Fellner die Diskrepanz auch innerhalb des Hauses: Sein Gratistitel oe24 erreicht national 4,1 Prozent Reichweite, der Kauftitel Österreich 4,5 Prozent. Er verweist auf die deutlich geringere verbreitete Auflage des Kauftitels mit rund 28.000 Stück im Vergleich zum Gratistitel mit 450.000 Stück.

Zum Hintergrund: Fellner benannte den seit 2006 am Markt befindlichen Gratis-Titel Österreich im Jahr 2018 in oe24 um, um so mit gleicher Marke wie das Onlineportal oder der TV-Sender in den Markt gehen zu können. Davon dürfte der nunmehrige Kauftitel Österreich nach wie vor in Befragungen profitieren. Die MA erhebt derzeit im übrigen nur noch die Kombi aus Kauf und Gratis und nicht mehr den Gratis-Titel separat. Auch hierzu ist ein Schiedsgerichtsverfahren innerhalb der MA anhängig. Fellner soll bereits aus der MA ausgetreten sein, auf der Website wird er unter den Mitgliedern nicht mehr geführt.

Mediengruppe-Geschäftsführer Wolfgang Zekert wird aktuell in einer Aussendung zitiert: "Wir werden mit dieser Thematik erneut den Kontrollausschuss befassen und versuchen einen Weg zu finden, die Gratiszeitungswelt in Österreich der Realität entsprechend abzubilden. Unabhängig davon freuen wir uns über 564.000 Leser in der Österreich/oe24 Kombi, wie auch immer die berechnet wurden."
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