Kritik an eTel-Kauf
 

Kritik an eTel-Kauf

Die Übernahme von eTel durch Telekom Austria ruft Kritiker auf den Plan, die sich durch diese Konsolidierung eine Beeinträchtigung des Wettbewerbs im Internet-Access-Geschäft erwarten.

„Die österreichische Breitband-Regulierungspolitik steht vor ihrem Scheitern“, kommentiert Internet Service Provider Austria (ISPA)-Vorstand und Silver Server-Geschäftsführer Oskar Obereder enttäuscht die Übernahme von eTel durch die Telekom Austria. Dadurch, so Obereder in einer Stellungnahme, ist es um den Wettbewerb im Breitband-Internetmarkt in Österreich in Zukunft schlecht bestellt. Die Übernahme gefährde den fairen Wettbewerb stellt er fest. Laut ISPA erreicht die Telekom Austria durch den Erwerb eTels einen Endkundenanteil von über zwei Drittel des DSL-Breitband-Gesamtmarktes in Österreich. Im Breitband-Vorleistungsmarkt ist Telekom Austria gemäß dem Verband nach wie vor faktisch der einzige Anbieter.



Kritik dazu kommt auch von Tele2UTA-Geschäftsführer Norbert Wieser: „Ein nachhaltiger, fairer Wettbewerb am österreichischen Telekom-Markt wird durch die geplante Marktkonzentration der Telekom Austria torpediert. Alle politischen und unternehmerischen Anstrengungen der letzten Jahre, Monopole abzubauen, den Wettbewerb zu fördern und so zu sinkenden Preise und besseren Angeboten für Konsumenten und Wirtschaft zu kommen, werden damit gefährdet.“ Laut Wieser sind 225.000 eTel Austria-Kunden, davon rund 75.000 KMU-Business-Kunden, betroffen. Wieser: „Ich glaube nicht, dass es im Sinne dieser eTel-Kunden ist, jetzt von der Telekom Austria geschluckt zu werden, nachdem sie sich bewusst für einen alternativen Anbieter entschieden hatten.“



Für die ISPA sind das deutliche Zeichen dafür, dass die Breitband-Regulierung in den letzten Jahren deutlich nachgelassen hat und wodurch es zu einem im internationalen Vergleich Zurückfallen in der Breitband-Entwicklung und einer erneuten Stärkung der Marktposition der Telekom Austria kam. Wenn dieser Trend, so ISPA-Generalsekretär Kurt Einzinger in einer Stellungnahme, nicht umgekehrt werden kann, wird die Internet-Breitband-Entwicklung Österreichs im Vergleich zu den führenden Ländern Europas weiter zurückfallen. Damit sind negative Auswirkungen auf die österreichische Wirtschaft und Beschäftigung vorprogrammiert und wir alle werden die Folgen einer unwirksamen Regulierung zu tragen haben, ist Einzinger überzeugt.



(tl)

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