Krise als Chance für Printsektor
 

Krise als Chance für Printsektor

Die Wirtschafts- und Finanzkrise bietet nach Auffassung des Europäischen Zeitungsverleger-Verbandes (ENPA) eine Chance für das gedruckte Wort.

"In der Finanzkrise zeigt sich, wie wichtig verlässliche Informationen sind", sagte ENPA-Direktor Valtteri Niiranen der Deutschen Presse-Agentur dpa in Brüssel. Die Sorge von Verlegern und Journalisten müsse es dabei sein, die Ressourcen für hohe journalistische Qualität zu erhalten: "Das ist der Schlüssel für die Zukunft", meinte Niiranen.

Als Beleg für die Attraktivität klassischer Nachrichten führte Niiranen die Abonnement-Systeme der Online-Ausgaben mancher Wirtschaftsblätter an: "Dort funktioniert das Modell, denn die Leute brauchen die Informationen", sagte der Direktor. Überhaupt seien Online-Zeitungen häufig die am meisten besuchten Webseiten, gerade bei eingeführten Marken: "Bei den Internet-Inhalten stehen die Zeitungen in fast allen Ländern an der Spitze der Liste." Zu Anfang verursache ein solches Angebot hohe Kosten, als integrierter Teil eines Newsrooms sei es aber "nicht mehr so teuer".

Trotz des Internets sei die gedruckte Zeitung höchst lebendig: "Viele glauben, Print sei tot, aber das ist definitiv nicht der Fall", sagte der Direktor des EU-weiten Verbandes. In den USA erlebe die Branche einen allgemeinen Rückgang, "aber das ist ganz klar nicht der Fall in Europa". Die 27 Märkte in der EU seien sehr unterschiedlich, fest stehe aber: "Die Gesamtzahl der Leser ist gestiegen." Zwar gehe der Verkauf vieler Zeitungen zurück, doch die Auflage der Gratisblätter wiege dies mehr als auf. "Und die Presse erfindet sich immer wieder neu", betonte Niiranen.

Ein allgemeingültiges Rezept für den Erfolg im Zeitungsgeschäft habe er nicht, sagte der Verbandsdirektor: "Wenn ich das wüsste, wäre ich ein glücklicher Mann." Ein Weg voran sei die Lokalisierung mit verschiedenen Ausgaben: "Das ist aufwendig, aber die Druckindustrie ist heute sehr flexibel." Layout und Gesamteindruck einer Zeitung spielten auch eine immer größere Rolle. Farbe auf allen Seiten, ein handlicheres Format - "alle diese Dinge sind in vielen Ländern sehr erfolgreich gewesen", sagte Niiranen.







(Quelle: APA/dpa)
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