Krieg rettet CNN
 

Krieg rettet CNN

Der angeschlagene Nachrichtensender erlebt durch den Kampf gegen den Terror eine neue Blüte.

Sinkende Einschaltquoten, bittere Niederlagen im Kampf mit dem konservativen Erzkonkurrenten Fox News, eine Entlassungswelle und ständige Programmreformen ließen viele alte Kämpfer des angesehenen Nachrichtensenders verzweifeln. Dann kamen die Terroranschläge vom 11. September und die Militärschläge gegen Afghanistan. Mit einem Mal schalten die Zuschauer wieder in Scharen zu CNN. Während im August nur 300.000 US-Zuschauer die Nachrichten des Senders verfolgten, waren es im September im Schnitt über 1,8 Millionen Zuschauer. Der Kabelsender Fox News, der zum Imperium des australischen Medienzaren Rupert Murdoch gehört und CNN seit Jahren mit leichter Nachrichtenkost das Leben schwer machte, vertrauten unmittelbar nach den Anschlägen gerade einmal die Hälfte der Zuschauer. Auch MSNBC, ein Gemeinschaftsprojekt des frei empfangbaren Senders NBC und Microsoft, landete weit abgeschlagen. Inzwischen hat sich die Lage wieder normalisiert, doch CNN hält weiter einen leichten Vorsprung, nicht zuletzt durch seine starke Präsenz in Afghanistan und Pakistan. Der neue CNN-Chef Walter Isaacson gestand ein, dass der Sender die Orientierung verloren hatte und nun wieder auf dem richtigen Weg sei.

(gk)


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