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Britische Regierung prüft Channel-4-Privatisierung

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Sender befindet sich seit Gründung in öffentlicher Hand, finanziert sich aber privatwirtschaftlich.

Die britische Regierung prüft eine Privatisierung des TV-Senders Channel 4. Kultur- und Medienminister Oliver Dowden gab bekannt, dass es zügig zu Konsultationen über eine etwaige Privatisierung des Senders kommen soll. Channel 4 wurde 1982 als Sender im öffentlich-rechtlichen Eigentum gegründet, finanziert sich aber ausschließlich durch Werbung und kommerzielle Einnahmen. Gebührengelder kommen ausschließlich der BBC zugute, die in Großbritannien auch in ihren kommerziellen Aktivitäten eingeschränkt.


Aufgrund dieser Konstruktion hat Channel 4 einen öffentlichen Programmauftrag, der vorsieht, unverwechselbares, vielfältiges Programm zu produzieren. Etwaige Gewinne schüttet der Sender  nicht aus, sondern reinvestiert sie in neues Programm. Vergangenes Jahr machte der Sender mehr als 900 Millionen Pfund (mehr als eine Milliarde Euro) Umsatz, rund 90 Prozent davon kamen aus Werbung.

Kritik von Konservativen

Der Sender gilt als ausgesprochen populär auf der Insel. In einer YouGov-Befragung hatte der Sender mit 77 Prozent sogar eine noch höhere Popularität als Netflix. Das vergangene Jahr sah ein Rekordwachstum bei jungen Sehern.

Kritik musste der Sender zuletzt oft von konservative Seite einstecken, die ihm Einseitigkeit gegen die Tories vorwerfen.

Streaming-Diensten droht stärkere Regulierung

Die Prüfung einer Privatisierung ist Teil einer größeren Begutachtung der britischen Medienlandschaft, die vor allem der wachsenden Bedeutung von Streaming-Diensten Rechnung tragen soll. Auf diese könnte auch eine kleine politische Bombe als Überraschung warten. Dowden hat angekündigt, dass der Inhalt von in Großbritannien ausgestrahlten Streaming-Diensten künftig ebenso reguliert werden könnten wie TV-Sender. Die Auflagen, die von der Aufsichtsbehörde Ofcom kontrolliert werden, sehen für britische Sender  etwa das Gebot zu Genauigkeit und Unparteilichkeit vor.

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