Konjunkturmotor springt wieder an
 

Konjunkturmotor springt wieder an

Wirtschaftskapitäne sehen bei den Medienarena auf den Medientagen baldigen Aufschwung - üben allerdings harsche Kritik an der heimischen Wirtschaftspolitik.

"Viele wirtschaftliche Indikatoren weisen bereits vier bis fünf Monate nach oben – es handelt sich diesmal also offensichtlich um einen Aufschwung", erkennt DI Albert Hochleitner, Vorsitzender des Vorstandes der Siemens AG Österreich Licht am Ende des dunklen und langen Konjunkurtunnels. Aber "Österreich gehört nicht zu den Gewinnern der Globalisierung." Auch die anderen Diskutanten am Podium der vormittäglichen Medienarena am ersten Tag der Österreichischen Medientage mit dem Titel "Wie geht es mit unserer Wirtschaft weiter?" wie Dr. Wolfgang Ruttenstorfer (OMV), Heinz Sundt (Telekom), Dr. Anton Weis (Österreichische Post), KR Karl Javurek (Gewista), Thomas Jozseffi (Salinen Austria), Mag. Herbert Kaufmann (Flughafen Wien), Rudi Klausnitzer (Verlagsgruppe News), Walter Zinggl (ORF Enterprise), Mag. Franz Ivan (VÖZ) und der Moderator der Runde, Mag. Michael Grabner (Verlagsgruppe Holzbrinck) waren sich ob der positiven Signale mehr oder weniger einig. An der heimischen Wirtschaftspolitik hatten die Wirtschaftskapitäne allesamt etwas auszusetzen, wobei es nicht lediglich um ein Bekritteln einzelner Details sondern mehr oder weniger ums "Ganze" ging. "Österreich ist wirtschaftlich auf die Kriechspur gewechselt und befindet nur bei der Arbeitslosigkeit auf der Überholspur", meinte etwa Salinen-Austria-Chef Jozseffi. "Die politischen Rahmenbedingungen stimmen nicht, es wird keine aktive Wirtschaftspolitik gemacht", glaubte Gewista-Boss Karl Javurek. "In schwierigen Zeiten ist es zu leicht, nur an der Kostenschraube zu drehen", bekrittelte Albert Hochleitner. Und Post-General Wais warnte. "Was die Politik derzeit betreibt, ist ein Rückbau eines Wirtschaftsstandortes." Freilich ist in Zeiten der europäischen Integration die Wirtschaftspolitik nicht Sache jedes einzelnen Landes, sondern fällt zunehmend in den Verantwortungsbereich der EU. Doch auch damit waren viele Diskutanten gar nicht zufrieden. "Was die USA an Geld ausgegeben haben, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, wäre in Europa unvorstellbar", berichtete OMV-Chef Ruttensdorfer. Die Europäer würden zudem viel zu viel auf die Kostenseite schauen und die Wachstumsseite bei der Sanierung von Budgets unbeachtet lassen.

(rs)

Die Foto-Galerie zu den Medientagen gibt es unter www.onlinefoto.at.

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