Konfrontation: „Spatzenpost“ klagt Rotes Kreu...
 
Konfrontation

„Spatzenpost“ klagt Rotes Kreuz auf 1,5 Millionen Euro Schadenersatz

Spatzenpost Screenshot

Wie „Der Standard“ berichtet, klagt der Zeitschriftenverlag Jungösterreich das Österreichische Rote Kreuz (ÖRK) am Landesgericht Wien auf Schadenersatz in Millionenhöhe. Der Vorwurf: Das Rote Kreuz habe den Kooperationsvertrag gebrochen.

Das Rote Kreuz ist vom Innsbrucker Verlag Jungösterreich, der zur Stuttgarter Klett-Gruppe gehört, auf 1,5 Millionen Euro Schadenersatz geklagt worden, berichtet „Der Standard“. „Das Rote Kreuz habe den Kooperationsvertrag gebrochen, noch während der Partnerschaft Titelschutz für eigene, neue (Konkurrenz-)Zeitschriften für junge Menschen beantragt und bringe diese nun selbst heraus“, heißt es in dem Artikel. Für den Verlag Jungösterreich hatte dies einen Abo-Rückgang zufolge, zudem habe man die der Leseförderung dienenden Zeitschriften neu konzipieren und eine neue Vertriebsstruktur aufbauen müssen.


Im Juli 1990 wurde zwischen dem Verlag und dem roten Kreuz (konkret mit dem Jugendrotkreuz) eine Vereinbarung geschlossen. Als Blattlinie wurde „die Förderung des Ideenguts“ der Institution vereinbart. „Der Vertrag wurde unbefristet geschlossen, das ÖRK sollte nur kündigen dürfen, wenn dieser Zweck nicht mehr erfüllt würde“, berichtet „Der Standard“. 2006 schloss sich der Buchklub der Kooperation an, das Jugendrotkreuz wurde auch an Inseraten- und Aboerlösen beteiligt, steht in der Klage geschrieben.

Am 6. Februar wurde dieser Vertrag vom ÖRK gekündigt, kurz darauf verabschiedete sich auch der Buchklub. Die Förderung der Idee des Jugendrotkreuzes sei nicht mehr gewährleistet, so das Trennungsargument des ÖRK. Schon kurz danach, im April, habe das ÖRK fünf neue Zeitschriften beworben, die der "Spatzenpost" und Co frappant geähnelt hätten, heißt es in der Klage sinngemäß.

Die Klage kenne das österreichische Rote Kreuz nicht, bestätigt aber in dem Standard-Artikel, dass man mit den neuen Produkten das Ziel der Werteerziehung und Lesekompetenz besser erreichen und zudem als Medieninhaber nun selbst gestalten könne.

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