KommAustria: Richtlinien für Ausbau der Barri...
 
KommAustria

Richtlinien für Ausbau der Barrierefreiheit

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Mit objektiv messbaren Maßnahmen soll die Barrierefreiheit in audiovisuellen Medien kontinuierlich erhöht werden.

Seit Beginn des Jahres unterliegen die Anbieter von privaten Fernsehprogrammen und vergleichbaren Internetangeboten der gesetzlichen Aufgabe, den Anteil ihrer barrierefreien Inhalte für Menschen mit Seh- und/oder Hör-Beeinträchtigungen sowie für Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen kontinuierlich auszubauen. „Ausnahmesituationen, wie die gegenwärtige Corona-Pandemie, verdeutlichen, dass nicht Teile der Gesellschaft dauerhaft daran gehindert sein dürfen, die mediale Informations- und Meinungsvielfalt zu nutzen“, sagt  Michael Ogris, Vorsitzender der KommAustria. „Aber es geht eben nicht nur um besondere Situationen. Es geht um die alltägliche Teilhabe an demokratischen Meinungsbildungsprozessen, an Sportereignissen, an Kultur und an Unterhaltung.“

In neuen Richtlinien schreibt die KommAustria konkret vor, wie die geplanten Maßnahmen in dem auf drei Jahre ausgerichteten Aktionsplan aufzuführen sind. In diesem Rahmen haben die Anbieter die KommAustria jährlich über die Umsetzungsfortschritte zu informieren, auch zu deren Gestaltung gibt es neue Vorgaben. Gleichzeitig wird die KommAustria aus diesen Ergebnissen einen Jahresbericht erstellen. Von der neuen Verpflichtung sind Mediendienst-Anbieter ausgenommen, die im vorangegangenen Jahr nicht mehr als 500.000 Euro Umsatz erzielt haben oder nur lokal beziehungsweise regional ausgerichtet sind. „Diese Ausnahmeregelung ist wichtig“, meint Ogris. „Allen Beteiligten auf allen Seiten ist die gesellschaftliche und demokratiepolitische Bedeutung der Barrierefreiheit audiovisueller Medienangebote klar. Aber ebenso klar ist allen Beteiligten, dass damit auch eine wirtschaftliche Herausforderung einhergeht, die kleinere Unternehmen überlasten könnte.“

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