KommAustria ortet Mängel bei Handy-TV-Bewerbe...
 

KommAustria ortet Mängel bei Handy-TV-Bewerbern

Die Medienbehörde KommAustria hat bei beiden Bietern um die Handy-TV-Lizenz, Telekom Austria sowie ORS, Mängel in der Bewerbung festgestellt.

Im Rennen um die bald zu vergebende Handy-TV-Lizenz herrscht Aufregung rund um die Bewerbungen von Telekom Austria und der ORF-Sendetechniktochter ORS. Die Medienbehörde KommAustria hat bei beiden Bietern Mängel in der Bewerbung festgestellt. Eine Entscheidung darüber, wer die DVB-H-Lizenz bekommt, soll eigentlich Ende Februar oder Anfang März getroffen werden.

Der Hintergrund: Die Telekom Austria wollte sich ursprünglich gemeinsam mit der ORS um die Verbreitung von Handy-TV bewerben, hat das Konsortium aber unmittelbar vor Bewerbungsschluss verlassen. Während die ORS infolgedessen ohne Programmaggregator dastand, hat sich die Telekom gemeinsam mit ihrer Mobil-Schwester mobilkom als Programmaggregator beworben. Der Programmaggregator entscheidet über die Auswahl jener Programme, die über DVB-H angeboten werden. Laut Gesetz dürfen Programmaggregatoren und Multiplexbetreiber aber nicht miteinander verbunden sein. Die KommAustria kritisiert daher, dass beim TA-Konsortium keine Unabhängigkeit zwischen technischem Betreiber und Programmaggregator gegeben sei - die Telekom wurde um Stellungnahme gebeten. Laut Telekom-Sprecher Martin Bredl habe man das Angebot mittlerweile präzisiert, zudem gebe es keine gegenseitige Einflussnahme zwischen TA und mobilkom. Die beiden Unternehmen seien in zwei verschiedenen Aktiengesellschaften eingegliedert - ein gegenseitiges Weisungsrecht gebe es nicht. Sollte die TA den Zuschlag für Handy TV erhalten, werde die mobilkom die Programmbelegung für DVB-H nicht allein festlegen, sondern allenfalls zu 23 Prozent. Weitere Mobilfunker würden ebenfalls 23 Prozent Mitbestimmungsrecht erhalten.

An der Bewerbung der ORF-Sendetechniktochter ORS wiederum vermisst die Medienbehörde einen - gesetzlich vorgeschriebenen - Programmaggregator. ORS-Geschäftsführer Michael Wagenhofer bezeichnet das als "formales Problem", an dem die Bewerbung nicht scheitern sollte. Die ORS sei ein von den Mobilfunkern unabhängiger, neutraler Bewerber - das sei laut Wagenhofer "ein wichtiges Asset".

(jed)

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