Kolportierter Wahlwirbel im ORF-Radio
 

Kolportierter Wahlwirbel im ORF-Radio

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Neuer Innenpolitikchef Weinzettl gab Planung für Wahlen ab - ORF rückt in Aussendung zur Verteidigung des umstrittenen Ressortleiters aus

In der Innenpolitik des ORF-Radios rumort es weiter. Laut "Standard" hat der umstrittene Ressorleiter Edgar Weinzettl, der im Vorjahr gegen den Protest der Redakteure seine Funktion angetreten hatte, die Planung für Bundesländerwahlen abgegeben. Kolportierter Grund: Die Vorbereitung für die Niederösterreich- und Kärnten-Wahl habe nicht funktioniert. Das berichtet der "Standard". Die Koordinierung für Tirol und Salzburg habe demnach sein Stellvertreter Andreas Jölli übernommen (er war ein Mitbewerber um den Job der Ressortleitung). Während dem HORIZONT ressortintern diese Darstellung bestätigt wurde, schaltete der ORF eine Verteidigungs-Presseaussendung.

"Sehr gute Arbeit"

Darin weist der offizielle ORF Spekulationen zurück, Weinzettl habe sich in seiner neuen Funktion nicht bewährt: "Um Gerüchten und Fehlinformationen vorzubeugen", beginnt die Aussendung, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Weinzettl leiste "seit seiner Bestellung zum Innenpolitikchef der ORF-Radio-Information sehr gute und professionelle journalistische Arbeit", so der Sender.

Weinzettl werde selbstverständlich auch die Berichterstattung über die Nationalratswahl leiten. ORF-Radio-Chefredakteur Hannes Aigelsreiter wurde in der Aussendung so zitiert: "Die Zusammenarbeit mit Edgar Weinzettl funktioniert hervorragend. Er ist ein sehr guter Ressortleiter der Radio-Innenpolitik. Das Publikum kann sicher sein, dass es erstklassige Wahlberichterstattung von der Radio-Innenpolitik unter der Leitung von Edgar Weinzettl präsentiert bekommt."

Umstrittene Personalie


Bei der Bestellung von Weinzettl handelte es sich wohl um die umstrittenste ORF-Personalie des vergangenen Jahres. Er gilt als politische Wunschbesetzung der SPÖ und hat laut Kritikern eine politische Nähe zum Wiener Rathaus. Innenpolitische Erfahrung habe er nicht, monierten seine Gegner vor der Bestellung. Auch der direkte Vorgesetzte in seiner neuen Funktion, Hannes Aigelsreiter, hätte sich einen anderen Kandidaten gewünscht - er plädierte für Andreas Jölli als Innenpolitikchef.

Die umstrittene Besetzung der Radio-Innenpolitikleitung des ORF mit dem Wortchef von Radio Wien, Edgar Weinzettl, hat auch ein rechtliches Nachspiel. Der frühere ORF-Jurist Wolfgang Buchner vertritt zwei bei der Jobvergabe übergangene Innenpolitikjournalisten, Andreas Jölli und Stefan Kappacher, bei einer Beschwerde bei der Medienbehörde KommAustria.
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