Köpferollen und Rücktritte bei der Styria
 

Köpferollen und Rücktritte bei der Styria

Gmeinbauer und Fleischhacker verlassen "Die Presse" auf eigenen Wunsch - "WirtschaftsBlatt"-Gasser geht ebenfalls - Nowak übernimmt Chefredaktion der "Presse", Mitterstieler das "WirtschaftsBlatt" UPDATE: Trennung der Redaktionen bleibt

In den beiden Wiener Styria-Blättern "Presse" und "WirtschaftsBlatt" gibt es reihenweise Abgänge in der Führungsebene: Wie die Styria Media Group am Freitag bekannt gab, werden nicht nur die beiden Geschäftsführer Reinhold Gmeinbauer und Hans Gasser ersetzt - Michael Tillian und Herwig Langanger stehen den beiden Zeitungen künftig gemeinsam vor -, sondern auch die Chefredakteure der Blätter.

Redaktionen unter neuer Führung

"Presse"-Chefredakteur Michael Fleischhacker wird demnach die Styria auf eigenen Wunsch verlassen (so wie der Vorsitzende der "Presse" Geschäftsführung, Reinhold Gmeinbauer – in einer "geminsamen Erklärung" formulieren die beiden "Presse"-Geschäftsführer: "...haben sich gegen einen Verbleib in der neuen Konstellation entschlossen. Beide verlassen das Unternehmen aus freien Stücken..." siehe APA-OTS); Wolfgang Unterhuber, der bisher die Redaktion des "WirtschaftsBlatt" führte, legt mit 31. August seine Funktion dortselbst zurück. Die "Presse"-Chefredaktion übernimmt der bisherige Fleischhacker-Stellvertreter Rainer Nowak, im "WirtschaftsBlatt" übernimmt Esther Mitterstieler, die bisher ebenfalls als Stellvertreterin fungierte. "WirtschaftsBlatt"-Finanzchef Klauss Hoffmann verlässt die Styria ebenfalls.

Dass beide Häuser künftig eine gemeinsame Geschäftsführung haben, sei den strukturellen Veränderungen in den Märkten geschuldet, erläuterte Styria-Finanzvorstand Malthe von Trotha. „Wir gehen die Veränderungen jetzt aus einer Position der finanziellen Stärke an, haben eine Investitionskraft wie nie zuvor in der Konzerngeschichte und wollen diese nutzen. Unser Ziel ist es, neue Geschäftsmodelle und -felder zu erschließen und das Kerngeschäft an die sich verändernden Marktbedingungen anzupassen."

Bekennen "zu beiden Marken"

Wie der zuständige Styria-Vorstand Klaus Schweighofer betonte, werde durch das Zusammenrücken beider Marken "künftig gemeinsame Stärken genützt und Synergien realisiert, um die entsprechenden Ressourcen für die Neuausrichtung bereitzustellen". Man bekenne sich "klar zu beiden Marken und zum Qualitätsjournalismus".

Die scheidenden Führungskräfte werden "den Konzern verlassen", hieß es in der Pressemitteilung. „Sie haben für die Styria sowie das WirtschaftsBlatt und Die Presse einen wesentlichen Schritt möglich gemacht, nämlich die beiden Wiener Tageszeitungsmarken aus tiefroten Zahlen in die Profitabilität zu führen, so Schweighofer.

Während Mitterstieler bereits fix ist, muss die Bestellung von Nowak steht von der Redaktionsversammlung bestätigt werden. Dies sehen die Statuten der Zeitung vor. Tillian und Langanger übernehmen ihre Funktion mit 1. Oktober.

"Presse" und "WirtschaftsBlatt" bleiben redaktionell getrennt

Schweighofer betonte auf HORIZONT online-Anfrage am Freitag, dass Redaktion und Verkauf der beiden Zeitungen getrennt blieben. Dies habe man auch den Mitarbeitern gegenüber versichert. "Wir bleiben in der Redaktion und im Verkauf und in den Kernbereichen im Wesentlichen getrennt und bekennen uns zur Marke", sagte Schweighofer. Die Mitarbeiter wurden gegen 12.30 Uhr in einer Betriebsversammlung von den Personalia in Kenntnis gesetzt.
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