Klatsche für Ö3, Aufwind für Private
 

Klatsche für Ö3, Aufwind für Private

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Vintage stereo receiver tuning scale
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Radiotest, 2. Halbjahr 2015: ORF Radios verlieren statistisch signifikant bei Hörern ab 10 und den Werberelevanten – Privatradios leicht im Plus

Radiotest, 2. Halbjahr 2015: 79,3 Prozent der Österreicher ab 10 Jahre haben im 2. Halbjahr 2015 im Tagesdurchschnitt – Montag bis Sonntag - Radio gehört (das sind um 1,1 Prozentpunkte weniger als im Vergleichszeitraum 2014 – und ist statistisch signifikant!). 186 Minuten sind es im Tagesschnitt – fünf Minuten weniger als im Vergleichszeitraum. Die Grundgesamtheit der Österreicher ab 10 Jahre ist im 2. Halbjahr 2015 zum Vergleichszeitraum 2. Halbjahr 2014 um 22.000 Personen auf nunmehr 7,575.000 Personen gewachsen.

In der – werberelevanten - Gruppe der 14-49jährigen hören 79,2 Prozent (-0,3 Punkte) täglich Radio, 190 Minuten lang – das sind Plus drei Minuten!). Diese Gruppe – von den Radiovermarktern auch Kernzielgruppe genannt, da am meisten von der Werbewirtschaft nachgefragt – ist um 44.000 Personen auch nunmehr 4,095.000 kleiner geworden (soviel, ganz nebenbei ein Produkt in der Media-Marktforschung, auch zur demografischen Entwicklung Österreichs im Zeitverlauf).

ORF Radios: Durchwachsen

Für die Radioflotte des öffentlich-rechtlichen ORF bringt das 2. Halbjahr statistisch signifikante Verluste in beiden Zielgruppen: National von 66,5 Prozent Tagesreichweiteauf nunmehr 64,4 Prozent bei allen Hörern ab 10 Jahre, das ist ein statistisch signifikantes im Minus von 2,5 Prozentpunkten.

Ebenso statistisch signifikant im Minus ist bei Hörern ab 10 Jahren ORF Hitradio Ö3 (Minus 1,5 Punkte auf 34,9 Prozent nationale Tagesreichweite und der werbefreie Info-/Kultursender Ö1 – Minus 1,4 Punkte auf nunmehr 7,4 Prozent Tagesreichweite).

Ö3 muss in allen Bundesländern – Ausnahme Kärnten – Reichweite abgeben.

Analoges Bild bei den Werberelevanten: Die ORF-Radios verlieren 2,5 Punkte auf nunmehr 59,1 Prozent Tagesreichweite; Hitradio Ö3 verliert 2,4 Punkte auf nun 43,0 Prozent, Ö1 verliert 0,8 Punkte auf nunmehr 4,5 Prozent – allesamt statistisch signifikante Verluste.

Ö3 verliert bei den „Werberelevanten“ – auch hier mit Ausnahme Kärnten zum Teil kräftig Reichweite. Nur mehr in einem Bundesland – Burgenland kommt Ö3 auf (und das ist sehr beachtlich) über 50 Prozent Reichweite (im Vergleichszeitraum 2014 kam Ö3 im Burgenland, Niederösterreich, Oberösterreich und Salzburg über die 50-Prozent Marke.

Tapfer schlägt sich in diesem Szenario FM4: Plus 0,2 Punkte auf 3,9 Prozent nationale Tagesreichweite bei allen Hörern ab 10 Jahre; +0,4 Punkte auf 6,0 Prozent Tagesreichweite bei 14-49 Jahre.

Die Regionalradios des ORF erzielen Ergebnisse innerhalb der statistischen Schwankungsbreite – bei allen Hörern im Plus sind nur Radio Niederösterreich, Steiermark; bei den Werberelevanten NÖ und Burgenland.

RMS Top-Kombi und Kronehit

Wie schon über die letzten Jahre: Die Privaten – in dieser Betrachtung in der nationalen RMS-Top-Kombi zusammengefasst – machen Boden gut auf den Giganten ORF: Die RMS-Top Kombi kommt bei allen Hören ab 10 Jahre auf eine Tagesreichweite von 28,2 Prozent (Minus 0,4 Punkte); bei den 14-49jährigen auf 37,5 Prozent (Plus 0,3 Punkte) – beide Werte innerhalb der statistischen Schwankungsbreite.

Der nationale Privatradioanbieter Kronehit setzt seinen Aufwärtstrend fort: 12,4 Prozent Tagesreichweite bei Hörern ab 10 Jahre (+0,2) und beachtliche 18,8 Prozent bei den 14-49jährigen (plus 0,7 Punkte) – beides innerhalb der statistischen Schwankungsbreite.

Wien & Bundesländer


Werbesprüche sind so eine Sache – aber der „Wien ist anders“-Slogan passt tatsächlich zum aktuellen Radiotest: 68,3 Prozent der Wiener ab 10 Jahre haben im 2. Halbjahr im Tagesdurchschnitt Radio gehört – das sind glatt fünf Prozentpunkte weniger (und 31 Minuten weniger auf nunmehr 131 Minuten). Nicht ganz so krass, aber analoges Bild bei den 14-49jährigen: 67 Prozent hören täglich Radio – 2,4 Prozentpunkte weniger. Das bereitet dem Analysten schon Kopfzerbrechen – Stadtflucht in den heißen Sommermonaten?

Bei den Werberelevanten müssen in Wien Sender Reichweite abgeben – Ö3 liegt mit 29,2 Prozent Reichweite (-2,2 Punkte) hinter den Privaten in der RMS-Top-Kombi (30,4 Prozent Reichweite - -0,7 Punkte). Aufwärts geht´s in Wien in der Zielgruppe der 14-49jährigen bei Radio Ö24 (von 1,7 auf nun 2,8 Prozent) und Radio Arabella (+0,1 Punkt auf 5,9 Prozent). Kronehit ist mit 15,1 Prozent Tagesreichweite (-0,3 Punkte) vor Radio Energy (8,7 Prozent - minus 2,6 Punkte) in Wien in der Zielgruppe der 14-49jährigen reichweitenstärkster Sender.

Ein Blick in die Bundesländer: Der Musiksender 88,6 macht in Niederösterreich einen – auch statistisch signifikanten – Sprung um 4,2 Prozentpunkte auf nun 9,9 Prozent Reichweite bei den Werberelevanten; deutlich im Plus (wenngleich innerhalb der Schwankungsbreite) performen auch Antenne Steiermark und Soundportal (Graz), Antenne Kärnten und Welle 1 in Kärnten und Oberösterreich und Salzburg, Radio Energy in Salzburg sowie Antenne Vorarlberg.

Marktanteile: Privat holt weiter auf

Im Match um die Marktanteile muss die ORF-Radioflotte jeweils zwei Punkte abgeben: Auf 72 Prozent Tagesmarktanteil bei allen Hörern ab 10 Jahre, auf 64 Prozent bei den Werberelevanten. Die RMS-Top Kombi kommt ab Allen auf einen Tagesmarktanteil von 24 Prozent (Plus ein Punkt), bei den 14-49järhigen auf 33 Prozent (Plus zwei Punkte). Heisst: Ein etwas ungewöhnliches Halbjahr für den ORF, Zuversicht für die Privaten.

Alle Daten zum Radiotest gibt es bei der ORF Enterprise und Audiovermarkter RMS-Austria.
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