Kirch soll Teile seines Medien-Imperiums abge...
 

Kirch soll Teile seines Medien-Imperiums abgeben

Banken erhöhen Druck, Schröder setzt sich für "nationale Lösung" ein.

Der australische Medien-Tycoon Rupert Murdoch lehrt die deutschen TV-Macher das Fürchten: Um Murdoch aus der deutschen Free-TV-Landschaft herauszuhalten, wollen Politiker, Banken und die Medienbranche jetzt das Kirch-Imperium zerschlagen. Wie die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer heutigen Ausgabe berichtet, favorisiere Bundeskanzler Gerhard Schröder diese "nationale Lösung", die rasch von Banken und Medienunternehmen umgesetzt werden soll. Dem deutschen Kanzler dürfte daran gelegen sein, dass der Australier nicht Kirchs Anteile am Springer-Verlag, der u.a. die mächtige "Bild"-Zeitung herausgibt, erwirbt.

Nun soll Leo Kirch, der mit rund 6 Milliarden Euro bei den Banken in der Kreide steht, wesentliche Teile seines Unternehmens abgeben, darunter neben den Springer-Aktien auch die Formel 1. Die Beteiligung an dem Motor-Zirkus könnte von Autokonzernen wie Daimler Chrysler übernommen werden. Für Kirchs Springer-Anteile (40 Prozent) sollen sich mehrere deutsche Großverlage interessieren, darunter die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, Holtzbrinck und Burda.

Auch die Banken wollen den Druck erhöhen, und Kirch so zum Einlenken bewegen. Der Chef der Deutschen Bank, Rolf Breuer, hat bereits angekündigt, Kirch keine weiteren Mittel zur Verfügung zu stellen und auch die Bayerische Landesbank hat sich distanziert.

(ap)

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