"Keine Mehrwertsteuer für Print"
 

"Keine Mehrwertsteuer für Print"

Gruner+Jahr-Vorstandschef Bernd Kundrun will politische Krisenhilfe.

Der Gruner+Jahr-Vorstandsvorsitzende Bernd Kundrun versucht offenbar einen politischen Rettungsschirm zu ziehen. In einem Interview mit der "FAZ" fordert er von Bundesregierung die Abschaffung der Mehrwertsteuer für Print - mit dem Argument: die Presse habe eine "gesellschaftstragende Rolle" und deswegen einen "besonderen Wert für die Demokratie und die Kultur dieses Landes". Dabei sind Zeitungen und Zeitschriften auch in Deutschland seit jeher steuerprivilegiert - Käufer zahlen nur 7 statt der üblichen 19 Prozent Mehrwertsteuer.

Hintergrund seines Vorschlags ist die Medienkrise, die den Verlag zur Zeit zu ernsten Maßnahmen und Einschneidungen zwingt, wie die Einstellung der "Park Avenue": "Wir richten uns darauf ein, dass es schlimm wird", sagt Kundrun. Er schließt einen Rückgang des Anzeigengeschäfts um mehr als zehn Prozent nicht aus und wettert deshalb vehement gegen die Werbekunden:  "Wer jetzt an öffentlicher Wahrnehmung verliert, wird es später, wenn die Märkte wieder anziehen, sehr schwer haben, diese wieder zurückzugewinnen."

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