Kein Kinderspiel bei Ki.Ka
 

Kein Kinderspiel bei Ki.Ka

‚Der‘ Betrugsfall im deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunk wird verhandelt.

Der Mitteldeutsche Rundfunk, MDR, zieht die Konsequenzen aus dem jahrelangen betrügerischen Vorgehen beim Kinderkanal Ki.Ka. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft soll dieser Tage vorliegen und es gibt es Anhörungen wegen arbeitsrechtlicher Maßnahmen.

Zur Erinnerung: Von 2002 bis 2010 wurden bei Ki.Ka vermeintlich unbemerkt Scheingeschäfte mit insgesamt fünf Firmen, den Hauptteil davon mit Kopp-Film, abgewickelt. Erst im Dezember 2010 fiel dem MDR auf, dass er für Dienstleistungen 8,2 Millionen Euro bezahlt hatte, die gar nie erbracht wurden. Als Hauptverantwortlicher gilt der damalige Ki.Ka-Herstellungsleiter, den der MDR daraufhin gekündigt und Schadenersatzforderungen gegen ihn gestellt hat.

Aufgrund der Tragweite des Skandals rollen weitere Köpfe bei MDR und Ki.Ka, einige werden abgemahnt. An den Kragen gehen könnte es auch Frank Beckmann, der Ki.Ka in der besagten Zeit leitete und heute Fernsehdirektor des NDR ist. Außer den personellen Konsequenzen hat der MDR einen Maßnahmenkatalog zur Beseitigung von Schwachstellen im Kontrollsystem erarbeitet.
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