Kartellgericht stimmt News/profil-Hochzeit zu
 

Kartellgericht stimmt News/profil-Hochzeit zu

Das Oberlandesgericht Wien als Kartellgericht hat mit Entscheidung vom 26. Jänner 2001 den Zusammenschluss der Magazine der Kurier-Gruppe mit der Verlagsgruppe NEWS unter Auflagen genehmigt.

Das Oberlandesgericht Wien als Kartellgericht hat – wie etat.at meldet – mit Entscheidung vom 26. Jänner 2001 den Zusammenschluss der Magazine der Kurier-Gruppe mit der Verlagsgruppe NEWS unter Auflagen genehmigt. Ab Rechtswirksamkeit des Kartellgerichtsurteils werden damit neben "News", "Format", "tv-media" und "e-media" die Magazine "trend", "Autorevue", "Yachtrevue", "Golfrevue", "Gusto", "Bühne", "Rennbahn-Express" und in wirtschaftlicher Hinsicht das "profil" in der Verlagsgruppe News erscheinen.Die Genehmigung des Zusammenschlusses durch das

Kartellgericht erfolgte unter folgenden Auflagen: Das Magazin "profil" ist als unabhängiges Nachrichtenmagazin unter verbindlicher Anwendung

des Redakteursstatutes fortzuführen. Eine Einstellung von "profil" vor dem 1. Jänner 2006 ist ausgeschlossen. Sollte "profil" aufgrund wirtschaftlicher Probleme nach dem 31. Dezember 2005 eingestellt werden, so ist das nur dann möglich, wenn die Eigentümer dem Kartellgericht ernsthafte Verkaufsbemühungen nachweisen.



Das Kartellgericht untersagt in seiner Entscheidung den Zusammenschluss der Redaktion des "profil" mit der Verlagsgruppe "News". Die Redaktion des Nachrichtenmagazins "profil" wird als eigenständige Gesellschaft im ausschließlichen Eigentum der Zeitschriften Verlagsbeteiligungs-Aktiengesellschaft des Kurier verbleiben. Die redaktionelle Eigenständigkeit des "profil" ist bereits im Zusammenschlussvertrag zwischen Kurier- und News-Gruppe ausdrücklich vorgesehen gewesen. Sie wird nun durch das Kartellgericht auch im Beschluss festgeschrieben.

Fellner zitiert das Gericht so: "Da politische Nachrichtenmagazine keine lebensnotwendig unverzichtbaren Güter sind und jedenfalls sehr starke

Substitutionsbeziehungen bestehen, würden die Leser marktmissbräuchlichem Verhalten, sei es durch Erhöhung der

Preise, sei es durch Absinken der Qualität, unverzüglich durch

Verminderung der Nachfrage Rechnung tragen. Die rein ökonomischen Aspekte einer Beherrschung des Lesermarktes erscheinen daher in ihren praktischen Auswirkungen erträglich."

In der Begründung der Entscheidung wird ausgeführt: "Die Sicherung der Weiterführung eines bestehenden politischen Nachrichtenmagazins durch Schaffung der entsprechenden ökonomischen Grundlagen ist unter größtmöglicher

Absicherung seiner redaktionellen Unabhängigkeit anzustreben. Dem trägt die gefundene Lösung, nämlich einerseits vollständiger Verbleib des redaktionellen Teiles des Magazins "profil" in den Händen der bisherigen Eigentümer unter gleichzeitiger Ermöglichung der Nutzung der angestrebten Synergieeffekte jedenfalls eher Rechnung, als eine Untersagung des Zusammenschlusses."

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