Kärnten: Großer Kampf um kleinen Markt
 

Kärnten: Großer Kampf um kleinen Markt

Martin Gfrerer

Mit Beziehungsmanagement und dem Fokus auf Regionalisierung versuchen sich die Medien in Kärnten am überschaubaren Werbemarkt zu behaupten.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 42 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Der Werbemarkt in Kärnten ist heiß umkämpft. „Die relative Kleinheit des Bundeslandes einerseits und die große Anzahl an Regionalmedien andererseits machen den Kärntner Werbemarkt zu einem hochkompetitiven“, bestätigt Wolfgang König, Regionalleiter Vermarktung der Kronen Zeitung Kärnten. Dennoch ist man bei der Krone mit der Umsatzentwicklung im laufenden Geschäftsjahr 17/18 „sehr zufrieden. Wir verdanken das primär höheren Investments bestehender Kunden sowie neuen Produktlinien“, führt er aus. Das generelle Erfolgskonzept beschreibt König so: „Individuelle Kommunikationslösungen, kreative Konzepte, hohe Beratungskompetenz, Serviceorientierung und ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis.“ Dazu kämen eine ständige Optimierung der fünf Kärntner Regionalseiten und die Herausgabe von jährlich rund 50 Krone-Regionaljournalen.

Teams direkt aus dem Bezirk
Auch Markus Galli, Geschäftsführer der Kärntner Woche schlägt in dieselbe Kerbe: „Es ist ein kleiner, aber sehr anspruchsvoller Markt“. Er meint: „Der Umgang mit den Kunden entscheidet darüber, wer das Business macht.“ Bei der Woche setzt man daher auf Beziehungsmanagement, daneben wird das bewährte Konzept der Lokalisierung weitergeführt: „Wir haben enorm investiert und in allen Bezirken Geschäftsstellen mit Redaktionsleitung, Redakteuren und Verkaufsteam errichtet. Das jeweilige Team kommt direkt aus dem Bezirk und kann Wirtschaftskooperationen besser erkennen, als das bei einer zentralen Steuerung möglich wäre.“ Und wie sieht Galli die Investitionsfreude der werbetreibenden Unternehmen? „2016 war sehr verhalten, für 2017 spüren wir einen leichten Aufschwung. Für unser Medium ist das heuer wahrscheinlich das beste Jahr in der Geschichte.“

Berechenbarkeit wird schwieriger
Von einem „lebhafteren Geschäft seit Beginn des vierten Quartals 2017“ spricht auch Erwin Figge, Chefredakteur der Kärntner Wirtschaft. Die Zeitung der Wirtschaftskammer Kärnten sei aber im Kampf um Kärntner Werbeplätze nicht sehr involviert: „Unsere Zeitung ist im B2B-Bereich unterwegs – die Marktbearbeitung über Kärnten hinaus war für uns schon immer wichtig.“ Den allgemeinen Druck spüre man aber dennoch: „Das Geschäft ist nochmals schnelllebiger geworden. Kurzfristige Kampagnen und schwierige Berechenbarkeit sind ständige Begleiter.“

Crossmediale Kommunikation
Ähnliche Sorgen hat man bei der Kleinen Zeitung: „Der steigende Wettbewerb durch die Zunahme an global agierenden Mitbewerbern sowie der Distributionskanäle erfordert entsprechende Maßnahmen“, sagt Oliver Bergauer, der die Gesamtleitung des Kärntner Werbemarktes verantwortet. Auch bei der Kleinen ist man mit 2017 bisher zufrieden und spricht von „leichten Steigerungen“. Wie bei der Woche spielt beim Styria-Zugpferd die Regionalisierung eine wichtige Rolle: „Unserer Schwerpunkte 2017 sind die systematische Bearbeitung von Klein- und Mittelbetrieben, denen wir crossmediale ganzheitliche Kommunikationslösungen anbieten sowie das Entwickeln von Corporate-Publishing-Produkten für das Jobmarkt-Segment.“ Für 2018 steht laut Bergauer „der systematische Ausbau von digitalen Lösungen“ auf dem Programm.

[Veronika Höflehner]
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