Junge Generation als Herausforderung
 

Junge Generation als Herausforderung

Markus Wache

Bei der Frage, welchen Druck Online-Giganten auf die heimischen Radios ausüben, scheiden sich bei Radio- und Werbemanager die Geister. Einigkeit herrschte bei den Speakern darüber, dass in Zukunft die junge Zielgruppe vermehrt in den Fokus genommen werden sollte.

Über Streaming-Dienste wie Spotify muss sich der Radiowerbemarkt laut Oliver Böhm (ORF Enterprise) derzeit nicht zwingend Gedanken machen: „Die Frage, ob wir die Online-Giganten spüren, kann ich mit einem herzhaften ,Nein‘ beantworten. Spotify hat ein anderes Geschäftsmodell.“ Neben Böhm stellten sich auch Christoph Bösenkopf (WIRZ Werbeagentur, LEO Burnett Werbeagentur GmbH), Inez Czerny (Agenturleitung Media1), RMS-Geschäftsführer Joachim Feher, Karin Seywald-Czihak (ÖBB-Werbung) und VÖP-Vorstandsvorsitzender Ernst Swoboda der Diskussion „Werbung: Wie wappnen sich Radios gegen die Online-Giganten?“, die im Rahmen der 25. Österreichischen Medientage stattfand. Moderiert wurde das Panel von IP Österreich-Geschäftsführer Walter Zinggl.

Feher teilte Böhms Meinung nicht: Der Druck von Streaming-Diensten und Online-Giganten wie Google sei durchaus massiv. Besonders mit YouTube müsse sich Radio auseinandersetzen, so Feher. Zustimmung gab es dazu von Inez Czerny. Vor allem die junge Zielgruppe benütze heutzutage vermehrt Spotify oder YouTube als das klassische Radio. Damit sich dieser Trend ändert, muss sich das Medium Radio laut Czerny wieder auf die Grundpfeiler konzentrieren: Unterhaltung, Information und gute Musik. Nach Ansicht von Swoboda gibt es aber bei der Diskussion zwei wichtige Aspekte zu beachten: Durch die technologische Entwicklung nützen Jugendliche fast ausschließlich Mobile Devices. Deshalb sollten Radios beispielsweise durch Apps verfügbar gemacht werden, so Swoboda. Eine weitere Herausforderung  stelle der Bildschirm dar: „Radio braucht in Zukunft visuelle Aspekte“, erklärte der VÖP-Vorstandsvorsitzende. Am Werbemarkt spüre man „Spotify überhaupt nicht“, jedoch sollten die Radio-Angebote für die jungen Konsumenten weiterentwickelt werden. Das Weiterschalten und Bewerten von Liedern oder die Möglichkeit das Abspielen von Nachrichten vorzuziehen sei zwar technisch schwer umzusetzen, jedoch notwendig, um auch in Zukunft die junge Zielgruppe ansprechen zu können, hielt Swoboda fest. Auch Bösenkopf warnte davor, die junge Generation zu vernachlässigen. Böhm stimmte ebenfalls zu: Jugendliche seien eine sensible Zielgruppe, doch Radio könne als „Community“ die junge Generation für sich gewinnen.


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