Journalisten-KV: Verhandlungen vertagt
 

Journalisten-KV: Verhandlungen vertagt

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Grünberger: "weiterhin zuversichtlich" - Bauer: "scheitert noch an rechtlichen Fragen"

Aufgrund von Auffassungsunterschieden über das weitere Vorgehen haben die beiden Verhandlungsteams der Journalistengewerkschaft und des Vereins Österreichischer Zeitungen (VÖZ) am Montagabend ihre Verhandlungen zum neuen Journalisten-Kollektivvertrag auf kommenden Montag, den 29. Oktober 2012, 10.00 Uhr vertagt. "Auch nach 4,5 Stunden Verhandlungen konnten wir diese Auffassungsunterschiede nicht ausräumen. Daher haben wir uns auf kommende Woche vertagt. Wir setzen unsere Bemühungen für zeitgemäße Arbeitsbedingungen weiter fort. Wir sind weiterhin zuversichtlich, dass bis zum Jahresende 2012 bzw. im Jänner 2013 eine Einigung im Interesse aller Mitarbeiter erzielt werden kann", unterstreicht VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die Kündigung des Journalisten-Kollektivvertrages weiterhin aufrecht bleibt.

Frank C. Bauer, Vorsitzender der Journalistengewerkschaft in der GPA-djp, zu den Ereignissen des Tages: "Es werden Möglichkeiten gesucht weiterzuverhandeln und es scheitert teils noch an rechtlichen Fragen. Wir haben den Verdacht, dass man versucht Ergebnisse vorwegzunehmen." Weiters zeigt sich der Gewerkschaftschef über die rege Teilnahme an der Protestkundgebung (HORIZONT online berichtete) vor dem Gebäude des VÖZ erfreut: "Für mich war es fast überraschend, wie viele Kollegen gekommen sind", er fügt aber an: "Möglicherweise wird es nötig sein, weitere Mobilisierungen einzuleiten, wenn die Verleger nicht verhandlungsbereit sind."

Verhandelt wurde am Montag etwa darüber, dass der VÖZ die Kündigung des Kollektivvertrags zurücknehmen würde und die Gewerkschaft im Gegenzug bis zu einer Einigung auf einen neuen KV eine vierteljährliche Kündigung des Kollektivvertrags akzeptiere. Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter werden in dem Fall Ende November zu einer mehrtägigen Klausur zusammenkommen, um alle strittigen Punkte für einen Kollektivvertrag neu auszuräumen.
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