Journalismuspreis „von unten“ vergeben
 

Journalismuspreis „von unten“ vergeben

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Preisträger & Jury © www.armutskonferenz.at
Preisträger & Jury © www.armutskonferenz.at

Der Preis für respektvolle und tiefgründige Armutsberichterstattung wird seit 2010 vergeben und wurde nun zum achten Mal verliehen.

Gestern wurde in Wien zum achten Mal der „Journalismuspreis von unten“ vergeben. Bewertet und ausgewählt wurden die Beiträge von einer Jury bestehend aus Menschen mit Armutserfahrungen. Die Armutskonferenz schreibt seit 2010 den Preis aus, der „tiefgründige und respektvolle Armutsberichterstattung“ prämiert.

In der Kategorie TV wurde Kim Kadlec für ihre ORF-Am-Schauplatz-Reportage „Millionen mit dem Wohnen“ ausgezeichnet. Die Jury würdigte „die umfassende Analyse von Hintergründen und Zusammenhängen zum fundamentalen Thema Wohnen. Der Beitrag schaut hinter die Kulissen und zeigt die Machenschaften und Interessen der Banken, Anleger und Hausbesitzer. Steigende Wohnungspreise und Mieten, die von Menschen mit wenig Einkommen und armutsgefährdeten Personen immer schwerer finanziert werden können, sind kein ‚Naturgesetz’. Kadlec ist hartnäckig, bleibt dran, begleitet Menschen und spannt dadurch auch einen wunderbaren Bogen. Der Beitrag wühlt auf und emotionalisiert.“ Der zweite Preis in der Kategorie Fernsehen ging an Benedict Feichtner und Alexander Steinbach für ihre Doku „Faktencheck Mittelmeerroute“ (ORF-Weltjournal).

Den Hauptpreis in der Kategorie Print erhielt Isabell Widek für ihr „Dossier Arbeit“ im Magazin News. Aus der Begründung der Jury: „Isabell Widek gelingt eine umfassende und kritische Aufarbeitung der Problematik rund um Arbeitsverlust, Arbeitslosigkeit und Arbeitssuche. Der Beitrag ist ausführlich, sachlich, informativ und beleuchtet das Thema von allen Seiten. Der Beitrag vermittelt eindrücklich, dass das Problem allgegenwärtig ist und dass Arbeitslosigkeit jeden treffen kann. Isabell Widek porträtiert auf respektvolle Weise Betroffene mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensrealitäten.“ Matthias Hofer erhielt den zweiten Preis für mehrere Artikel rund um die Kürzungen bei der Mindestsicherung bei Pflegebedürftigen im Kurier.

In der Kategorie Online erhielt Nadja Sarwat die Auszeichnung für ihren orf.at-Beitrag „Alleinerziehende in der Armutsfalle“. Aus der Begründung der Jury: „Nadja Sarwat greift die Problematik rund um Kindesunterhalt auf, noch bevor dieser im Wahlkampf zu einem ,echten` politischen Thema wurde. Der Online-Artikel zeichnet sich vor allem durch die gelungene Mischung von Zahlen und Fakten mit den konkreten Lebensrealitäten von Betroffenen aus.“ Der zweite Platz ging an Udo Seelhofer und Sandra Knopp und ihren Beitrag „Im Schatten der Armut“, erschienen am Blog www.arbeit-wirtschaft.at

In der Kategorie Radio wurde Juliane Nagiller für ihre Sendung „Working poor“ (Ö1 Radiokolleg) ausgezeichnet. Die Jury würdigte die 4-teilige Sendung „als sehr informativ gestaltet und reich an Fakten. In hoher journalistischer Qualität und mit einem guten Spannungsbogen über die Teile bearbeitet sie das Thema „Working poor“ und die zugrunde liegenden Veränderungen am Arbeitsmarkt in allen Facetten. Neben ExpertInnen von Profession kommen auch ExpertInnen aus Erfahrung (Betroffene) ausführlich zu Wort. Hier wird besonders auf Frauen eingegangen, die durch Teilzeitarbeit stärker von ‚Armut trotz Arbeit’ betroffen sind, und etwa ausführlich die Situation einer alleinerziehenden Mutter dargestellt. Cornelia Krebs erhielt den zweiten Preis für ihr Ö1-Journal-Panorama zum Thema Altersarmut.

Weiters auf der Shortlist des Journalismuspreis „von unten“ und lobend erwähnt: Zoran Dobric (ORF Orientierung), Gerlinde Pölsler (Falter), Max Hartmann (meins.orf.at), Yvonne Widler (Kurier) und Tanja Malle (Ö1).

[Red.]

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