Journalismus via Instagram: 'Die Chefredaktio...
 
Journalismus via Instagram

'Die Chefredaktion': Neues Medienprojekt von Melisa Erkurt

Vedran Pilipovic
Ihr neues Projekt wird "divers, aber nichts rein Migrantiges".
Ihr neues Projekt wird "divers, aber nichts rein Migrantiges".

Die Journalistin und Buchautorin gründet für das 'Biber Newcomer Netzwerk' ein neues Instagram-only Medium. Hinter der Idee stehen Erkurt und Simon Kravagna, 'biber'-Gründer und Geschäftsführer des fjum.

Das erste Format der digitalen Plattform, der Instagram-Kanal "die_chefredaktion", ist am heutigen Mittwoch an den Start gegangen. Mit dem Projekt soll ein junges, diverses Publikum angesprochen werden, so Erkurt zum HORIZONT. Behandelt werden sollen dieselben politisch und gesellschaftlich relevanten Themen wie in anderen Medien, "nur der Zugang wird sich unterscheiden. Die alten Organisationsstrukturen funktionieren bei der jungen Zielgruppe nicht", ist die ehemalige ORF-"Report"-Journalistin überzeugt. Aber auch Themen, die die Zielgruppe auf Instagram bewegen, beispielsweise Mental Health, sollen aufgegriffen werden.


"Wenn zu viele Medien damit leben können, ein junges, diverses Publikum nicht zu erreichen, in Ordnung - ich kann es nicht", schreibt Erkurt, die mehrere Jahre lang ein Journalismusprojekt an Schulen leitete und im Vorjahr das Buch "Generation haram" über das österreichische Bildungssystem veröffentlichte, über ihre Motivation für das Projekt auf Instagram. "Unser Alleinstellungsmerkmal ist, dass wir komplett transparent sind", bekräftigt Erkurt. Das Publikum wird in den Instagram-Storys über die Entstehung der Geschichten, die im Wochentakt über Instagram publiziert werden sollen, am Laufenden gehalten. Die ersten Geschichten sollen in den kommenden Monaten erscheinen, bis dahin kann auf Instagram verfolgt werden, wie die Redaktion entsteht. Derzeit besteht das Team aus Erkurt und einer Praktikantin.

Die Redaktion, die unabhängig von der "biber"-Redaktion agiert, werde hauptsächlich aus Schülerinnen und Schülern bzw. Studierenden rekrutiert. So wie in der Gesellschaft soll auch ein guter Teil des Redaktionsteams Migrationshintergrund haben. "Die junge Zielgruppe will Diversität, die es in den Medienhäusern viel zu wenig gibt", so Erkurt.

'Mega'-Förderung

Finanziert wird "Die Chefredaktion" durch eine 200.000 Euro hohe Förderung der Mega Bildungsstiftung. Ziel ist es, die Plattform auszubauen und auch auf anderen digitalen Kanälen vertreten zu sein. Dafür wurde bei der Wiener Medieninitiative um eine Förderung angesucht. Beteiligt an der Konzeption des Projekts war Simon Kravagna, "biber"-Gründer und derzeit Geschäftsführer des fjum (forum journalismus und medien).

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