„Journalismus-Preis von unten“ vergeben
 

„Journalismus-Preis von unten“ vergeben

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Die Preisträger der Auszeichnung "Journalismus-Preis von unten" zusammen mit der Jury, die sich ausschließlich aus Menschen mit Armutserfahrung zusammensetzte. © Eugen Bierling-Wagner
Die Preisträger der Auszeichnung "Journalismus-Preis von unten" zusammen mit der Jury, die sich ausschließlich aus Menschen mit Armutserfahrung zusammensetzte. © Eugen Bierling-Wagner

Mit dieser Auszeichnung würdigte die Armutskonferenz erstmals respektvolle Armutsberichterstattung.

Anlässlich des Europäischen Jahres gegen Armut und soziale Ausgrenzung 2010 vergab die Armutskonferenz am 20. Dezember die ersten „Journalismus-Preise von unten“. Die Jury des Preises für respektvolle Armutsberichterstattung setzte sich ausschließlich aus Menschen mit Armutserfahrungen zusammen. Im Rahmen der Preisverleihung bedankten sich unter anderen Vertreter von Arbeitsloseninitiativen, Straßenzeitungsverkäufer und Initiatoren von Selbsthilfegruppen persönlich bei den ausgezeichneten Journalisten. Ausgezeichnet wurden Beiträge, die den vielen Facetten von Armut gerecht werden, Betroffene respektvoll behandeln, deren Stimmen hörbar beziehungsweise sichtbar machen und Hintergründe ausleuchten. „Wir wünschen uns noch viel mehr Beiträge, die Armutsbetroffene nicht beschämen und statt Klischees von Armut reale Gegebenheiten und Lösungsvorschläge verbreiten“, bekräftigte Susanne Stockinger vom Linzer Verein „Arbeitslose helfen Arbeitslosen“.

In der Kategorie Fernsehen wurde Markus Stachl für seinen Beitrag „Stopp Armut“ (ORF „Thema“, 18. Oktober 2010) ausgezeichnet, eine lobende Erwähnung in dieser Kategorie erhielt weiters Beate Haselmayer für ihre Reportage „Mütter ohne Geld“ (ORF „Am Schauplatz“, 23. Juli 2010).

In der Kategorie Radio erhielt Teresa Arrieta für ihren Beitrag „Armutsgefährdete Alleinerziehende“ (Ö1 „Journal Panorama“, 19. Oktober 2010) eine Auszeichnung. Ebenfalls in dieser Kategorie ausgezeichnet wurden Maria und Matthias Reichl für ihre Sendereihe „Begegnungswege“ (Freies Radio Salzkammergut). Eine lobende Erwähnung erhielt Johannes Kaup für „Die Armutsfalle und mögliche Auswege“ (Ö1 „Radiokolleg“, 2. bis 5. August 2010).

In der Kategorie Print ging der „Journalismus-Preis von unten“ an Klaus Buttinger für „Wir sind arbeitslos“ („Oberösterreichische Nachrichten“, 30. April 2010). Lobend erwähnt wurden Julia Ortner für „7 Euro“ („Falter“, 1. September 2010), Michelle Thoma für „Jung. Arm. Österreichisch. Die Loser der Nation“ („Tageblatt“ – Luxemburg, 11. November 2010), Bärbel Mende-Danneberg für „Offene Herzen. Geschlossene Gesellschaft“ („Volksstimme“, Dezember 2010) sowie Maria Wölflingseder für „Wer arm ist, soll schweigen“ („Streifzüge“, April 2010).
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