"Jedermann TV" in den Konkurs geschlittert
 

"Jedermann TV" in den Konkurs geschlittert

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Überschuldung 403.000 Euro - Konkursverfahren am Landesgericht eröffnet - Sieben Dienstnehmer und 55 Gläubiger betroffen.

Nachdem der Salzburger Privatfernsehsender "Jedermann TV" am 1. Mai eingestellt worden war, wurde heute, Donnerstag, am Landesgericht Salzburg das Konkursverfahren über das Unternehmen eröffnet. Die Überschuldung beträgt laut Alpenländischer Kreditorenverband (AKV Europa) 403.000 Euro.

Den Antrag auf das Konkursverfahren hat der Liquidator der Jedermann TV GmbH & Co KG und der Jedermann TV GmbH eingebracht. Als Ursache der Insolvenz wurde angeführt, dass die erforderlichen Umsätze nicht erreicht worden seien, "hier geht es vor allem um den Verkauf von Werbezeiten". Wie auch der Kreditschutzverband (KSV1870) mitteilte, betragen die Höhe der Aktiva rund 108.000 Euro und die Höhe der Passiva rund 511.000 Euro. Von der Insolvenz betroffen sind sieben Dienstnehmer und rund 55 Gläubiger. Die Prüfungstagsatzung ist für 27. Juli anberaumt.

Der österreichische Privatfernseh-Pionier Ferdinand Wegscheider war mit "Jedermann TV" am 11. Oktober 2011 auf Sendung gegangen. Rund 300.000 Euro haben Wegscheider, sein langjähriger Geschäftspartner Christian Jörgner und weitere sieben Gesellschafter in den Start des privaten TV-Projektes investiert. Sie boten ein stark an das frühere "Salzburg TV" angelehnte Programm an.

Wegscheiders und Jörgners "Salzburg TV" war 1995 der erste private Fernsehsender in Österreich, der anfangs nur über Kabel zu empfangen war. 2007 übernahm die Red Bull Media House GmbH die Mehrheit an dem Sender und baute daraus "Servus TV" auf. Im Frühling 2008 verließ Wegscheider den Sender wegen unterschiedlicher Auffassungen über die zukünftige Gestaltung und gab seinen restlichen Vier-Prozent-Anteil ab. Sein Wiedereinstieg ins TV-Geschäft mit "Jedermann TV" ist schon nach sechs Monaten zu Ende gegangen.

(APA)
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