Interview: 'Die Situation für Journalist:inne...
 
Interview

'Die Situation für Journalist:innen hat sich erschwert'

Moni Fellner

Magdalena Punz ist Chefreporterin bei Puls 24. Mit HORIZONT spricht sie über ihre Arbeit auf Anti-Corona-Demos und an der ukrainischen Grenze. Plus: Was sie an ihrem Job als Reporterin reizt.

Im Mai hat der neue Pressefreiheitsindex von Reporter ohne Grenzen (RSF) für einen ziemlichen Schreck in der Medienbranche gesorgt: Österreich ist von Platz 17 auf Platz 31 abgestürzt. Zwar sei das aktuelle Ranking nicht mit dem des Vorjahres vergleichbar, RSF berichtete jedoch von bedenklichen Trends, die sich in Europa abzeichneten – darunter Anfeindungen und tätliche Angriffe von Coronamaßnahmengegner:innen auf Journalist:innen in mehreren Staaten, darunter auch in Österreich. Eine ­solche Erfahrung musste auch die Puls-24-Chronik-Chefreporterin Magdalena Punz machen. Bei einer Demonstration gegen Coronamaßnahmen im Dezember wurde sie von einem Mob umzingelt, bedroht und beschimpft.

HORIZONT: Frau Punz, Österreich ist im aktuellen RSF-Pressefreiheitsindex ziemlich abgestürzt - auf Platz 31 - unter anderem eben wegen der massiven Anfeindungen und Angriffen durch Coronamaßnahmengegnern. Wie beurteilen Sie dieses Ergebnis allgemein und als Medienschaffende, die in dieser Situation war? Und as bedeutet das für die Medien, wenn diese nicht mehr ungefährdet von Demonstrationen berichten können?
Magdalena Punz: 
Ich kann bestätigen, dass sich die Situation für Journalist:innen in den vergangenen zwei Jahren erschwert hat: Vor der Corona-Pandamie konnte man seiner Arbeit ohne Anfeindungen nachgehen. Das hat sich mit den Corona-Demos verändert, hier mussten wir erstmals mit Securities arbeiten. Das war in vielen EU-Ländern ähnlich. Und das war schockierend, um ehrlich zu sein. Ich mache diesen Job jetzt schon viele Jahre und ich finde es erschreckend, dass wir Medien bei den Corona-Demonstrationen nur noch mit Security auf die Straße gehen können, um unsere Arbeit zu machen. Dass wir uns nicht zu erkennen geben können, also zum Beispiel den Mikro-Schutz runtergeben müssen, damit man nicht gleich sieht, zu welchem Fernsehsender wir gehören. Es ist aber natürlich nur eine kleine Minderheit, die glaubt, sie müsste uns attackieren, anschreien und anpöbeln.  Trotzdem habe ich den Vorfall zur Anzeige gebracht. Aber strafrechtlich ist nicht viel zu machen. Ich war vorher noch nie in so einer Situation und habe das Gefühl, dass die Stimmung auf den Corona-Demonstrationen immer aggressiver wird. Ich habe schon von anderen Demonstrationen berichtet, da herrschte aber immer eine komplett andere Stimmung.

Was wäre in dieser Hinsicht ihr Appell an die Politik oder die Polizei, damit die Medien auf Demonstrationen auch ihren Job machen können?
Wir als junger, privater News-Sender zahlen die Security selbst, was einiges an Geld kostet. Es ist schwer nachzuvollziehen, dass wir dafür aufkommen müssen. Die Medien haben zwar Ansprechpartner:innen seitens der Polizei, denen man auf der Demonstration vielleicht begegnet oder anrufen kann, aber unser Personenschutz bleibt in unserer eigenen Verantwortung. Ich wünsche mir, dass mehr darauf geachtet wird, dass wir Medien sicher arbeiten können und weiter kritisch sein dürfen.

Eine Kollegin aus der Branche hat in einem Horizont-Interview erzählt, dass sie nach ihrer Berichterstattung von Corona-Demonstrationen auf den sozialen Medien viele Hassnachrichten bekommt. Haben Sie das auch schon erleben müssen? 
Es sind wirklich wenige Nachrichten, in denen mich Leute angreifen oder diffamieren und mir unterstellen, dass ich etwas Falsches berichte. Zuspruch kommt hingegen regelmäßig. Menschen bedanken sich dafür, dass ich mich mitten ins Geschehen begebe und für sie von dort berichte. Das ist die große Mehrheit.

Was allerdings in letzter Zeit immer wieder vorkommt, ist, dass Zuseher:innen mir sagen, dass ja eigentlich die Männer zu diesen Demonstrationen gehen und berichten sollten. Das kommt von Männern und von Frauen. Für mich kommt das jedoch nicht Frage. Es darf keinen Unterschied machen, welches Geschlecht diese journalistisch wichtige  Arbeit leistet. Ich stehe dafür ein, dass Frauen sich nicht verstecken müssen, schon gar nicht aus physischen Gründen, weil Medienschaffende angegriffen werden. Die Rahmenbedingungen müssen geschaffen werden, damit keine Angriffe dahingehend mehr stattfinden. Das ist mein Job, ich mache das gerne und ich mache das gut. Warum sollte ich den Platz für einen Mann räumen? Ich lasse mich ganz sicher nicht verdrängen.
„Ich wünsche mir, dass mehr darauf geachtet wird, dass wir Medien sicher arbeiten können und weiter kritisch sein dürfen.“
Magdalena Punz
Sie haben vor Kurzem auch von der slowakisch-ukrainischen Grenze berichtet. Was ist Ihnen von dieser Berichterstattung besonders in Erinnerung geblieben?
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