Inserate & Förderungen: Jetzt sprechen die Medien-Manager

Die Verantwortlichen zu Trennlinien und Inseratenvergabe.

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Den Schaden für die gesamte Branche sehen wenige, eine notwendige Neudefinition von Inseratenvergabe und Fördertöpfen sehr wohl: Was Österreichs Verlagsmanager fordern und gefördert wissen wollen.

Hubert Patterer gilt in der Medienbranche als kluger Kopf. Als solcher erkannte er in der aktuellen Inseraten-Affäre auch die notwendige Transparenz-Offensive. „Wir sind weder abhängig noch gekauft“, bekräftigte der Chefredakteur der Kleinen Zeitung unlängst in seiner Morgenpost und legte die Werbeumsätze samt Anteil der Ministeriumsgelder für alle offen dar: 2017 machte das Styria-Blatt demnach 52,8 Millionen Euro Umsatz mit Werbung, alle Ministerien schalteten in der Höhe von gesamt 853.000 Euro. 2018 betrugen die Werbeumsätze 52,3 Millionen Euro, die Ministerien machten 1,2 Millionen Euro aus. Im Coronajahr 2020 sank der Umsatz mit Werbung auf 47,2 Millionen Euro, die Ministerien erhöhten ihre Werbeausgaben bei der Kleinen Zeitung auf 2,9 Millionen Euro (das sind anteilig gut sechs Prozent).

Wie stellen Sie eine strikte Trennung von Redaktion und Verkauf sowie den Schutz vor (politischer) Einflussnahme als Medienmanager intern sicher?

Gerhard Valeskini, Kronen Zeitung: "Die Unabhängigkeit der Redaktion ist das höchste Gut, das ist schon im Redaktionsstatut verankert. Das Konstrukt der Mediaprint unterstützt die unabdingbare Trennung sogar, weil die Erlöse (aus Lesermarkt und Werbemarkt) in der Mediaprint abgebildet werden, die Redaktion der Krone wird aus einem grundsätzlich von den Erlösen unabhängigen Agendum finanziert."

„Wir sind empfänglich für Inserate, auch von Parteien oder Institutionen, weil wir uns für die Kommunikationsbedürfnisse von Parteien oder Ministerien als Redaktion nicht zuständig fühlen. Aber sind unempfänglich für kranke oder kriminelle Belohnungs- oder Züchtigungsversuche“, betonte Patterer die Unabhängigkeit. Diese respektive ihr Ansehen war über die Medienbranche hinweg mit den Hausdurchsuchungen, Enthüllungen und Chats der letzten Tage und Woche ordentlich ins Wanken geraten. Nach vielen bereits laut gewordenen Stimmen aus den Redaktionen hat HORIZONT bei Österreichs 15 umsatzstärksten Verlagshäusern (exklusive Mediengruppe Österreich) auch in der Geschäftsführungsebene nachgehakt.

Boulevard? Nicht verallgemeinern

Redaktion und Verkauf seien strikt getrennt und vor politischer Einflussnahme sicher, so die einhellige Meinung. Durchgängig der Tenor auch bei der Frage nach dem etwaigen Schaden für die Medienbranche: Die Kritik betreffe ein bestimmtes Medienhaus sowie eine Gattung (gemeint ist der Boulevard sowie im konkreten Fall die Mediengruppe Österreich), man dürfe einen Einzelfall nicht verallgemeinern. „Man sollte keinesfalls der Versuchung erliegen, wegen Einzelfällen die gesamte Branche zu beschädigen“, meint etwa Kurier-Geschäftsführer Thomas ­Kralinger stellvertretend.

Wie stellen Sie eine strikte Trennung von Redaktion und Verkauf sowie den Schutz vor (politischer) Einflussnahme als Medienmanager intern sicher?
Thomas Spann, Kleine Zeitung: "Als unabhängiges Medium war es für uns seit jeher klar, dass die Bereiche Redaktion und Verkauf strikt inhaltlich getrennt voneinander arbeiten müssen, um jegliche Einflussnahme zu verhindern. Das wurde bei uns stets klar kommuniziert. In unseren Abläufen und der Aufbauorganisation bilden wir diese Trennung gewissenhaft ab, zusätzlich finden sich entsprechende Regelungen im Redaktionsstatut bzw. in der Arbeit mit dem Redakteursrat und der Herausgeberschaft."
Einzig Helmut Schoba, Geschäftsführer des Magazinverlags VGN, spricht den Gesamtschaden klar an: „Die Medienbranche wird noch lange an diesem Thema kauen, wie die Politik auch“, so

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