Innovative Konzepte mit Umsetzungsschwäche
 

Innovative Konzepte mit Umsetzungsschwäche

Die heimischen Wirtschaftstreibenden sehen ausreichende Innovationskraft in Österreich, kritisieren jedoch mangelnde Forschung und Ausbildung.

"Ich glaube, dass wir in Österreich die nötige Innovation mit uns bringen, um auch in ausweglosen Situationen nach vorne zu schauen", erklärt Mag. Rudolf Fischer, Vorstandsdirektor der Telekom Austria, im Rahmen der Österreichischen Medientage. Auch die übrigen Teilnehmer des Wirtschaftsgipfels unter dem Titel "Innovation statt Resignation" wie Dr. Helmut Draxler (RHI), DI Thomas Hintze (UPC), Dr. Dkfm. Franz Hofbauer (Alcatel Austria), Dr. Wolfgang Reithofer (Wienerberger), Dr. Susanne Riess-Passer (Wüstenrot), Dr. Walter Rothensteiner (RZB) und Vorstandsdirektor Ferdinand Schmidt (ÖBB) unter der Moderation von Mag. Michael Grabner (Verlagsgruppe von Holtzbrinck) schließen sich der Meinung an, dass die Resignation in der heimischen Wirtschaft der Vergangenheit angehört. Dennoch waren sich die Diskutanten über die Tatsache einig, dass nach wie vor Verbesserungspotenzial besteht. "Die Grundvoraussetzung für Innovation ist Kreativität, Mängel gibt es aber oft in der Umsetzungsfähigkeit", meint etwa RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner. "In Europa wird nichts mehr investiert, darin sehe ich eine langfristige Schwäche", warnt RHI-Chef Helmut Draxler. "Intelligente Maßnahmen" sollen Abhilfe schaffen. Nachholbedarf sehen die Wirtschaftstreibenden auch in der Forschung sowie in den Ausbildungsmöglichkeiten in Österreich: "Wir sind der marktgerechten und praxisnahen Ausbildung in den Schulen und Universitäten noch nicht gerecht geworden", kritisiert Wüstenrot-Generaldirektorin Riess-Passer. Telekom-Vorstand Fischer befürchtet "zunehmende Konkurrenz aus Asien, wo es viel mehr Uni-Abgänger gibt." Im Gegenzug werden aber auch die Vorzüge des Wirtschaftsstandorts zur Sprache gebracht: "Wir können den Mangel an Forschung und Entwicklung dadurch wettmachen, dass wir unsere Stärken im zwischenmenschlichen Bereich nützen", meint Wienerberger-Chef Reithofer. Und Alcatel-Direktor Hofbauer betrachtet die Flexibilität als einen der "Hauptvorteile der Österreicher".

Die Bildergallerie zu den Medientagen gibt es unter pixxl.at im Internet.

(jm)

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