Impfpflicht: ORF-Mitarbeiter: Diskussion über...
 
Impfpflicht

ORF-Mitarbeiter: Diskussion über Entgeltfortzahlung ohne 2G

David Bohmann
ORF-Mitarbeiter ohne Impfung müssen mit unangenehmen Folgen rechnen.
ORF-Mitarbeiter ohne Impfung müssen mit unangenehmen Folgen rechnen.

Kündigungen sind entgegen ersten Meldungen nicht angedacht; die P7S1P4-Gruppe setzt auf 2,5G, das impfkritische ServusTV auf eine 3G-Regelung.

Manche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne 2G-Nachweis sehen sich im ORF mit "Gesprächen" über ihre Entgeltfortzahlung konfrontiert. Bekanntlich werden Angestellte des öffentlich-rechtliche Unternehmens, die der 2G-plus-Regelung nicht nachkommen, soweit es möglich ist, im Homeoffice beschäftigt. Bei all jenen, wo dies nicht praktikabel ist, steht nun ein Ende der Entgeltauszahlung im Raum - nicht jedoch eine Kündigung.


"Für alle jene Beschäftigten des Unternehmens, die im Homeoffice aufgrund der konkret ausgeübten Tätigkeit gar nicht eingesetzt werden oder nur teilweise in einem reduzierten Beschäftigungsausmaß ihre Arbeit verrichten können, wird letztmalig eine Übergangsfrist bis zum 14. Februar 2022 für die Fortzahlung des Entgelts festgesetzt", zitierte die FPÖ in einer Aussendung aus einer internen Mitteilung des ORF-Generaldirektors Roland Weißmann. Diese liegt dem  HORIZONT vor. Nun werde mit jeder davon betroffenen Person individuell versucht, eine Lösung zu finden, die "ihre Tätigkeit insoweit an die Gegebenheiten anpasst, dass ihre Arbeit 'home-office-tauglich' ist", hielt der ORF dazu auf APA-Anfrage fest. Im schlimmsten Fall droht damit der Gehaltsverlust, nicht jedoch eine Kündigung.

Betroffen sei "eine niedrige 2-stellige Anzahl" an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, angeblich rund 40, die die 2G-Voraussetzung nicht erfüllen und aufgrund ihres Arbeitsprofils ihre Tätigkeit nicht im Homeoffice erbringen können. Angestellte, die eine bestätigte gesundheitlich begründete Ausnahme von der Covid-19-Impfung haben, seien "natürlich" nicht betroffen, so der ORF.

FPÖ: 'Totalitäre Maßnahme'

FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker sah im Vorgehen des ORF eine "totalitäre und unmenschliche Maßnahme", die zur Impfung zwingen solle. Zudem befürchtete er, dass damit möglicherweise kritisch zur Corona-Regierungspolitik eingestellte Mitarbeiter "enttarnt" werden sollen.

Auch andere Rundfunkunternehmen im Land machen ihren Angestellten angesichts der Coronapandemie Vorgaben. Die ProSiebenSat.1Puls4-Gruppe setzt auf eine 2,5G-Regel. Somit können auch Personen, die weder geimpft, noch genesen sind, mit einem aktuellen PCR-Test die Arbeitsstätte betreten, wie es auf APA-Anfrage hieß. In Bereichen, wo Abstände schwierig einzuhalten sind - etwa im Styling- oder Studio-Bereich -, ist für alle ein gültiger PCR-Test verpflichtend. Das Unternehmen bietet zudem darum, Homeoffice wo möglich in der aktuellen Lage zu nützen, um die vor-ort-arbeitenden Teams maximal zu schützen.

'Umgang entspricht nicht Servus-Werten'

Bei Servus TV gilt die gesetzlich vorgeschriebene 3G-Regel. Dabei stehen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kostenfreie Tests zur Verfügung, Homeoffice wird "situativ" eingesetzt, wie der Salzburger Privatsender der APA mitteilte. In hochsensiblen Bereichen wie Studios gibt es zusätzliche Testvorgaben. Mitarbeitende, die nicht geimpft sind, werden nicht von der Arbeit ausgeschlossen. "Dieser Umgang entspricht nicht unseren Werten und halten wir für höchst fragwürdig", hieß es aus dem Unternehmen.

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