Im Fokus Oberösterreich: Kompetitiver Wettbew...
 
Im Fokus Oberösterreich

Kompetitiver Wettbewerb

Radiotest 2020_2

Ob Print, Radio oder TV: Oberösterreichs Medienszene ist ein hart umkämpftes Pflaster. Der regionale Medienmarkt im Überblick.

Die Kronen Zeitung und Oberösterreichischen Nachrichten liefern sich in der aktuellen MediaAnalyse 2019/20 ein enges Match um Platz eins unter den Tageszeitungen in Oberösterreich: Aktuell führen die OÖN mit 25,9 Prozent Reichweite gegenüber der Krone mit 25,5 Prozent. Nach den beiden Platzhirschen folgt die Gratiszeitung Heute mit 8,4 Prozent Tagesreichweite. Es folgen Der Standard mit 5,7 Prozent, Österreich/oe24-Kombi mit 5,5 Prozent, Die Presse mit 2,6, die Salzburger Nachrichten mit 2,0 und der Kurier mit 1,9 Prozent.

Reichweitenkaiser sind in Oberösterreich die beiden regionalen Gratiswochenzeitungen Tips (61,2 Prozent) und die Oberösterreichische Bezirksrundschau (52,2 Prozent). Corona-bedingt gäbe es bei der MA 2019/20 allerdings eine methodische Anpassung, und damit seien die Reichweiten mit den Vorjahren nicht vergleichbar. Mit 765.000 Lesern hat Tips einen deutlichen Vorsprung vor der Oberösterreichischen Bezirksrundschau, die auf 653.000 Leser kommt.

Audio weiter beliebt

In Oberösterreichs Radioszene dominiert Ö3 laut Radiotest weiterhin mit einem Marktanteil von 41,0 Prozent (der 14- bis 49-Jährigen, Montag bis Sonntag). Platz zwei im Ranking nimmt kronehit mit 17,5 Prozent ein. Life Radio Oberösterreich kommt auf 17,0 Prozent (siehe Grafik unten). Das ORF-Gesamtangebot kommt auf insgesamt 56,5 Prozent. Dem stehen 37,0 Prozent Tagesreichweiten der RMS Top gegenüber. Die Reichweite aller Radios in Oberösterreich blieb in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen von 76,2 auf 76,0 Prozent stabil. ORF-Landesdirektor Kurt Rammerstorfer: „Wir als Landesstudio Oberösterreich sind mit dem jüngsten Radiotest extrem zufrieden. Das Team von Radio Oberösterreich hat sowohl bei den Reichweiten als auch bei den Marktanteilen deutlich zugelegt.“ Inzwischen erreiche Radio Oberösterreich rund 400.000 Hörer täglich, sagt er. Und er sieht, dass „sich die jetzigen Werte bereits den Werten der Zeit, als es noch keine Privatradios in Österreich gab, ähneln.“

Intensiver TV-Konsum

AGGT / GfK Teletest
Der durchschnittliche Oberösterreicher sieht, so das Ergebnis der ersten drei Quartale des Teletests, 204 Minuten pro Tag fern. Die Nutzungszeit ist gegenüber dem Vorjahr um 24 Minuten oder 14 Prozent deutlich gestiegen. Klare Dominanz am TV-Markt in Oberösterreich hält der ORF. Im Detail: ORF eins kann 8,3 Prozent Marktanteil verbuchen. Im Vergleichszeitraum 2019 waren es noch 10,5 Prozent. ORF 2 steigerte sich von 21,3 auf 23,6 Prozent. Bei den Privatsendern konnte ServusTV am stärksten zulegen, und zwar um 0,6 Prozentpunkte auf nunmehr 4,1 Prozent Marktanteil. Puls 4 stagniert bei 3,5 Prozent, ebenfalls stagnieren Sat.1 (bei 2,8 Prozent), Kabel Eins (bei zwei Prozent), RTL II (bei 1,8 Prozent) und 3sat (bei 1,7 Prozent). Leicht zulegen konnten Sat.1 Gold mit 2,2 Prozent (plus 0,3) und Vox mit 3,7 Prozent (Plus 0,1). Rückläufige Marktanteile verbuchen ATV mit 2,8 Prozent (Minus 0,2), ProSieben mit 3,1 Prozent (Minus 0,4), Nitro mit 1,2 Prozent (Minus 0,1), ARD mit 3,4 Prozent (Minus 0,3) und ZDF mit 4,2 Prozent (Minus 0,3). Wichtig hierbei ist zu erwähnen, dass gegenüber dem Österreich-Schnitt die Sender ORF eins, ORF 2, ServusTV, ARD, RTL und Sat.1 Gold erhöhte Marktanteile haben.

Rammerstorfer dazu: „Die derzeitige Covid-19-Krise-trifft natürlich auch alle Medienteilnehmer im Bundesland sehr stark. Die Werbeerlöse sind erkennbar rückläufig.“ Dennoch überwiegt für ihn das Positive: „Im Zuge der gegenwärtigen Covid-19-Krise haben sich Marktanteile und Reichweiten bei ‚Oberösterreich heute‘ nochmals signifikant verbessert.“ Im Gegensatz zum Vorjahr, sagt er, sehen „täglich derzeit im Schnitt über 220.000 Seher die Sendung. Das bedeutet aus heutiger Sicht ein Plus von fast 50.000 Sehern pro Tag.“ Am Beginn der Krise hätte es ein Oldtime-High bei der Reichweite gegeben. „410.000 Seher haben im März ‚Oberösterreich heute‘ geschaut.“ Dieser Wert sei zuvor und auch danach nicht mehr erreicht worden.
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