Im Interview : 'Ibiza'-Aufdecker Obermayer: ...
 
Im Interview

'Ibiza'-Aufdecker Obermayer: "Wir haben durchaus noch einige Spuren"

Stephanie Füssenich
UniversitŠt
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Die Recherchen von Bastian Obermayer und Frederik Obermaier sorgten 2019 für eines der größten Beben der Zweiten Republik in Politik und Medien – Nachbeben nicht ausgeschlossen. Aufdecker im HORIZONT-Interview.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 50/2019 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Eigentlich wäre er gerne Sportreporter geworden. Zum Unglück für Heinz-Christian Strache und Johann ­Gudenus wurde Bastian Obermayer allerdings Investigativjournalist. Gemeinsam mit seinen Süddeutsche-Zeitung-Kollegen Frederik Obermaier, Leila Al-Serori, Peter Münch und Oliver Das Gupta hat er in Zusammenarbeit mit dem Spiegel den größten politischen Skandal der vergangenen Jahrzehnte in Österreich aufgedeckt. Die Rede ist natürlich von der „Ibiza-Affäre“.

Die Konsequenzen der Enthüllungen haben nicht nur in Politik und Justiz für viel Arbeit gesorgt, auch in den Redaktionen sind die Überstunden 2019 kräftig angewachsen. Und obwohl der Skandal von deutschen Medien aufgedeckt wurde, mussten sich in den Tagen danach auch heimische Journalisten nicht verstecken: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk lieferte sich mit den privaten TV-Nachrichtenangeboten ein Kopf-an-Kopf-Rennen – nicht nur um Quoten, sondern auch um Qualität. Private TV-Sender zeigten, was man mit einer vergleichsweise kleinen Mannschaft alles auf die Beine stellen kann, im ORF glänzte wiederum die nachkommende Reporter- und Moderatoren-Generation. Nicht für alle Medien war es so erfreulich: Bei der Krone wechselte nicht nur der Online-Chefredakteur, sondern auch die Haltung gegenüber der FPÖ. 

Die Folgen von „Ibiza“ werden das Land auch 2020 beschäftigen: Jan Böhmermann, der vor der Veröffentlichung von der Existenz des Videos wusste, verfilmt mit David Schalko gerade den Skandal. Und die ­Aufdecker selbst? Frederik Obermaier und Bastian Obermayer lehrten bis Dezember an der Universität Wien. Weitere Enthüllungen über Österreich schließt Obermayer im HORIZONT-Interview nicht aus.

HORIZONT: Wann war Ihr Adrenalin-Stand höher: Vor Veröffentlichung Ihres Artikels über die ‚Ibiza-Affäre‘ oder in den Tagen danach, als die Regierung stürzte?
Bastian Obermayer: Ähnlich hoch wahrscheinlich. In den Tagen vor der Veröffentlichung waren wir wahnsinnig nervös, weil wir nicht wussten, wie Herr Strache reagieren würde, wenn wir ihn mit den Vorwürfen konfrontieren. Wenn er gesagt hätte, dass er die Falle erkannt habe und nur deswegen so viel Blödsinn an diesem Abend geredet habe, hätten wir belegen müssen, dass er absichtlich Blödsinn spricht. Eine kaum lösbare Aufgabe. Auch deswegen waren in den Tagen vor der Veröffentlichung alle hochgradig nervös – und weil wir uns nicht 100-prozentig sicher sein konnten, dass wir nicht selber reingelegt werden, von wem auch immer. Die erste Erlösung war die WhatsApp-Nachricht von Herrn Strache, in der er diesen Vorgang nicht bestritt. Dann natürlich, als wir mit der Geschichte rausgehen konnten. Was danach passiert ist, war anders aufregend, nicht mehr belastend. Wir haben es fasziniert angeschaut. Und unser Team hat den Newsdesk nicht genug darauf vorbereitet, was passieren könnte – weil wir selbst damit eben nicht gerechnet haben. So wurde es nochmal sehr stressig, aber alles eher positiv. Es war erst als Adrenalin und Nervosität gepaart, danach Adrenalin mit S

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