IAA BCL-Vortrag mit Veit V. Dengler
 

IAA BCL-Vortrag mit Veit V. Dengler

Video: Der CEO der NZZ-Mediengruppe sprach unter anderem darüber, wie sich Qualitätsmedien weiterhin beweisen können

Zum ersten Mal in diesem Jahr veranstaltete die International Advertising Association (IAA), die sich für eine verantwortungsvolle Gestaltung von Werbekommunikation einsetzt, das IAA Business Communication Lunch im Wiener Vestibül. IAA-Präsidentin Martina Hörmer lud dazu Veit V. Dengler, seit 1. Oktober 2013 CEO der NZZ-Mediengruppe, als Ehrengast ein. In Anwesenheit zahlreicher Vertreter der Medien- und Kommunikationsbranche – unter ihnen Cornelia Absenger (Fellner Medien), Maurizio Berlini (Goldbach), Jörg Fessler (Fessler Werbeagentur), Anett Hanck (VGN) und Hans Jörgen Manstein – sprach Dengler unter anderem darüber, was Qualitätsmedien heutzutage brauchen, um am Markt zu bestehen.

'Müssen Print neu aufstellen'

„Am Ende der 1990er Jahre gab es die letzten goldenen Zeiten für Print, doch nach dem Platzen der Dotcom-Blase, der Entwicklung von Smartphones und der Wirtschaftskrise wurde die Veränderung schlagend: Die Werbeeinnahmen gingen ins Internet und blieben dort. Das Nachrichtenmonopol von Print war obsolet“, analysierte Dengler. „Wir müssen also die Print-Zeitung neu aufstellen ebenso wie neue Produkte entwickeln. Die Neue Zürcher Zeitung könnte nun den Boulevard zur journalistischen Norm erheben oder den Zeitungsbetrieb durch andere Geschäftsmodelle entlasten. Als Qualitätsmedium mit hoher Reputation wählen wir aber den dritten Weg: Wir bauen das publizistische Angebot aus und investieren in neue Technologien“, skizzierte Dengler seine Strategie.

Print hat Preis und Wert
 
Weiters erklärte er: „Es existiert der Bedarf nach Analyse, Kommentar, Nachrichten und Hintergrund. Es braucht Qualitätsmedien, die einzuordnen helfen. In einer immer komplexer werdenden Welt wird das Orientierungsbedürfnis noch zunehmen. Dennoch wird die klassische Zeitung als Bündel so nicht mehr existieren. Wir müssen also entbündeln, neue Technologien nutzen, Redaktionen umbauen, die Angebote flexibler machen, um mit dem Kunden zu kommunizieren. Ich bin überzeugt davon, dass Qualitätsjournalismus eine bezahlte Zukunft hat. Unsere journalistischen Produkte haben einen Wert. Was einen Wert hat, muss einen Preis haben.“

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