Hypo macht Kirch Angebot für Springer-Aktien
 

Hypo macht Kirch Angebot für Springer-Aktien

Verlegerwitwe Friede Springer kann sich Finanzinvestor wie Hypo vorstellen.

Die HypoVereinsbank hat der Kirch-Gruppe ein Angebot für deren 40-prozentigen Anteil am Axel-Springer-Verlag gemacht. Das berichten u.a. die "Süddeutsche Zeitung" und die "Financial Times Deutschland" in ihren Ausgaben vom 12. Februar. Für das Aktienpaket soll die Bank zwischen 1,1 und 1,4 Milliarden Euro geboten haben. Darüber hinaus soll die Bank auch am Kerngeschäft der Gruppe, den TV-Sendern und dem Filmhandel, Interesse gezeigt haben.

Es ist jedoch noch nicht klar, ob es zu dem Deal kommt. Albrecht Schmidt, Chef der HypoVereinsbank, hat es dem 75-jährigen Kirch freigestellt, sich vorerst auch nach Alternativangeboten umzusehen. Außerdem hat Friede Springer, Mehrheitsaktionärin des Springer-Verlags, ein Vetorecht beim Verkauf der Kirch-Anteile. Die Witwe des Verlegers Axel Cäsar Springer hat aber schon deutlich gemacht, dass sie sich einen Finanzinvestor wie die Hypo durchaus als neuen Gesellschafter vorstellen kann. Verhandlungsteilnehmer halten es für möglich, dass Kirch noch in dieser Woche entscheidet, ob er an die HypoVereinsbank verkauft. Unklar bleibt, wie lange die Offerte bindend ist.

In der deutschen Politik und einigen deutschen Medienunternehmen war in jüngster Zeit eine "nationale Lösung" als Lösung favorisiert worden: Dabei soll es vor allem Bundeskanzler Gerhard Schröder darum gegangen sein, den australischen Medienunternehmer Rupert Murdoch von Springer fernzuhalten, nicht zuletzt wegen der "Bild"-Zeitung.

Der deutsche Kanzler hatte bislang vor allem auf die Hilfe der Deutschen Bank gesetzt. Deren Chef Rolf-E. Breuer hatte Leo Kirch aber am Samstag mit einem Plan zur Zerschlagung der Mediengruppe vor den Kopf gestoßen. Als Breuer am Samstag zu Kirch kam, um ihn zum Verkauf der Formel-1-Rechte, der Springer-Anteile sowie zu einem Ausstieg bei Premiere World zu überreden, dürfte dieser das Angebot der HypoVereinsbank schon auf dem Tisch gehabt haben, schreibt die "Financial Times Deutschland". Weder Kirch-Gruppe noch HypoVereinsbank wollten das Angebot bestätigen.

(ap)

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