Hungerstreik bei Volksgruppenradio
 

Hungerstreik bei Volksgruppenradio

Mitarbeiter des Kärntner Volksgruppensenders Radio dva treten in einen für eine Woche befristeten Hungerstreik.

Die Mitarbeiter des Radiosenders der slowenischen Minderheit in Kärnten, Radio dva, greifen nun ob der möglichen Einstellung des Volksgruppenradios zu Kampfmaßnahmen: Vorerst wird eine Woche gehungert. Ab Mitte März könnte es dann einen unbefristeten Hungerstreik geben, kündigt Geschäftsführer Marjan Pipp an. Der Grund des Anstoßes: Mit Ende 2002 kündigte der ORF die Kooperation mit Radio dva und stellte die finanzielle Unterstützung für den slowenischsprachigen Sender ein. Lediglich 50 tägliche Minuten seien der Volksgruppe vom ORF-Kärnten angeboten worden, so Pipp. Die Belegschaft arbeitet nun seit Jänner ohne Honorar – bei einer Einstellung des Betriebes würde man nämlich die hart erkämpfte Sendelizenz wieder verlieren. Der Sachaufwand des Senders sei durch eine Solidaritätsaktion der slowenischen Organisationen, Institutionen und Vereine in Kärnten für insgesamt drei Monate bis Ende März abgedeckt. Zudem habe man bereits 8.600 Unterstützungsunterschriften für einen Weiterbestand des Senders gesammelt. Mit welchen Pipp bei Bundeskanzler Schüssel vorstellig werden möchte. Parallel dazu soll eine Beschwerde beim Bundeskommunikationssenat rechtliche Aufklärung herbeiführen. Denn: Die Aufkündigung der Kooperation durch den ORF sei rechtswidrig – das ORF-Gesetz besage eindeutig, "dass wir Recht auf ein ganztägiges slowenischsprachiges Programm haben", so Pipp.

(jed)

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