Heute ist Welttag der Pressefreiheit
 

Heute ist Welttag der Pressefreiheit

Weltweit wird heute, am 3. Mai, der Tag der Pressefreiheit begangen, der Presseclub Concordia vergibt aus diesem Anlass seine Concordia-Preise.

Weltweit wird heute, am 3. Mai, der Internationale Tag der Pressefreiheit begangen - und auf das vergangene Jahr zurück geblickt.2006 sei da "das grausamste und brutalste Jahr in der Geschichte der modernen Medien" gewesen, zieht das in Wien ansässige International Press Institute (IPI) eine ernüchternde Bilanz. In Summe 100 Journalisten mussten im Vorjahr ihr Leben lassen, darunter alleine 46 im Irak. Zweitgefährlichstes Land für Medienvertreter ist laut IPI Afghanistan, gefolgt von Pakistan, den Philippinen, Mexiko und Sri Lanka. Zehn Länder, darunter Russland, Kuba, Pakistan und die Demokratische Republik Kongo, haben in den vergangenen fünf Jahren erhebliche Einbußen ihrer zuvor erkämpften Pressefreiheit erlitten, analysiert auch das Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) in New York. Für 2006 ermittelte das CPJ weltweit 130 inhaftierte Journalisten. Und: Allein in den ersten Monaten des heurigen Jahres seien laut der Organisation Reporter ohne Grenzen bereits 29 Medienvertreter ums Leben gekommen. Damit drohe ein ähnlich blutiges Jahr wie 2006.

Der Weltverband der Zeitungen (WAN) hat den heurigen Tag der Pressefreiheit unter das Motto "Die Presse im Fadenkreuz" gestellt. Denn: Die freie Presse ist im internationalen Kampf gegen den Terror auch ins Visier jener geraten, die den Terror bekämpfen - auch in westlichen Demokratien. Journalisten werden wegen Weitergabe vertraulicher Informationen verfolgt, Telefone und andere Kommunikationsmittel werden ohne richterliche Genehmigung überwacht und es gibt Beschränkungen beim Zugriff auf staatliche Informationen, kritisiert WAN.

Jene Medienvertreter, die dennoch - trotz Hindernissen und Gefahren - ihren Weg gehen, werden daher jährlich von den Verbänden geehrt. Den vom IPI jährlich vergebenen Free Media Pioneer Award gewinnt heuer die Burmesische Mizzima News Agency. Die der Militärdiktatur zum trotz Nachrichten aus und für Burma publiziert. Auch die Preisträger der heimischen Concordia-Preise wurden heute geehrt: Die Jury des Presseclubs Concordia würdigt mit ihrem diesjährigen Ehrenpreis das Lebenswerk von "Standard"-Herausgeber und "profil"-Gründer Oscar Bronner. Der Ö1-Radiojournalist Markus Müller erhielt den Concordia-Publizistikpreis in der Kategorie Menschenrechte, Susanne Scholl, die ORF-Korrespondentin in Moskau, erhielt den Concordia-Preis in der Kategorie Pressefreiheit.

Der Internationale Tag der Pressefreiheit wurde 1991 von der UNO-Vollversammlung ausgerufen und wird immer am 3. Mai begangen, um an die an diesem Tag von der UNESCO verabschiedete "Erklärung von Windhuk" zu erinnern. Diese besagt, dass jeder Journalist der Welt das Recht haben muss, frei und ohne Angst zu berichten.

(jed)

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