Herbst fängt flau an
 

Herbst fängt flau an

Focus-Bruttospending-Analyse September: Nominell +0,3 Prozent – Dank Direct Marketing und Online.

Nach dem bisher einzigen positiven „Ausreisser“ im düstern Werbejahr 2009 startet der Herbst mit September zumindest als Silberstreif:



Nominell +0,3 Prozent erhebt Werbebeobachter Focus Media Research für alle Werbeträger – nominell +13,9 Prozent für Direct Marketing und nominell Minus 2,9 Prozent für die klassischen Medien. Nur zum Vergleich: Für den September 2008 erhob Focus ein Wachstum des Bruttowerbedrucks von glatt acht Prozent (womit 2008 der September gemeinsam mit dem gleichen nominellen Wachstum im Februar nach dem April 2008 (nominell 13,6) auf Rang zwei der Wachstums-Hitliste rangierte.



Das ist erst eineinhalb Jahre her und erscheint dennoch von einem anderen Stern: Außer dem erwähnten Juli 2009 (nominell +5,5 Prozent) liegen alle anderen sieben Monaten 2009 „unter Wasser“ – von nominell 1,7 Prozent (Juni) bis zu nominell -5,0 Prozent (Mai).



Nur zur Erinnerung: Focus kann lediglich Werbeflächen und –zeit nach Tariflisten erheben – in Anbetracht dessen, dass bei großen Segmenten wie Print oder Privat-TV zumindest ein bis zwei Prozent Preissteigerungen für 2009 erfolgten, lässt sich die eigentliche Dimension des Prozesses 2009 ermessen: Der Werbedruck sinkt, aber „eingepreist“ mit Tarifsteigerungen und einer erhöhten Bereitschaft zu Rabatten sind „in echtem Geld“ die Focus-Prozent-Werte locker zu verdoppeln, wenn nicht verdreifachen.



Und das geht an die Substanz. Kumuliert sind das für die ersten neun Monate vulgo die ersten drei Quartale 2009 dennoch nominell -2,0 Prozent für alle Werbeträger – Direct Marketing liegt mit 4,5 Prozent im Plus, die klassischen Werbeträger sind mit nominell 3,5 Prozent deutlich unter dem erhobenen Werbedruck des Vergleichszeitraums im Vorjahr.



In den ersten drei Quartalen sind mit Abstand der klassische Handel (LEH und Versand) mit nominell +5,4 Prozent und die Markenartikler mit 5,1 Prozent absolute Wachstumslokomotiven, gefolgt von den unter „Sonstige“ (Elektro- und Baumärkte, beispielsweise) subsummierten Werbungtreibenden mit nominell +3,8 Prozent. Während die Medien in eigener Sache wieder stärker auftreten („nur“ mehr nominell 1,1 Prozent), lassen Investitionsgüter (-6,8 Prozent) und Dienstleister (-8,3 Prozent) stark aus.



Steigerungen der Brutto-Werbespendings in den ersten drei Quartalen konnten im klassischen Werbeträger-Bereich Online (nominell +29,0 Prozent), TV-Private (+9,2 Prozent) sowie die Gelben Seiten (+2,7 Prozent) verzeichnen; die Außenwerber liegen auf -0,1. „Geprügelt“ sind Print (-6,0 Prozent), ORF TV und Hörfunk mit jeweils über nominell zehn Prozent Rückgang und Kino.

Alle Daten hier.
stats