Heißes Eisen Media Analyse
 

Heißes Eisen Media Analyse

Das Forum Media Planung lud zu einer aktuellen Diskussion zum Thema "Media Analyse - Stabile Leitwährung?".

Ausgelöst durch heftige Kritik seitens der News-Verlagsgruppe, die für signifikante Reichweitenverluste in jungen, männlichen Zielgruppen eine methodische Änderung der MA-Abfrage verantwortlich machte, entschied sich das Forum Media Planung, das Problem zum Thema zu machen.
Petra Golja (Fessel-GfK) verteidigte die MA: "Der Printabfrage-Teil blieb absolut unverändert." Auch Erhard Angermann, Vorsitzender des MA-Programm-Ausschusses, konnte durch den Einschub bei der Einstiegsfrage keine "prinzipiellen Änderungen" erkennen. Die Hinzufügung bei der Einstiegsfrage wurde übrigens in Anwesenheit der Vertreter der News-Verlagsgruppe im Vorstand des Vereins Media Analysen beschlossen. Angermann: "Der Fragezusatz trägt einer geänderten Nutzung von Internet und Zeitschriften Rechnung."
Hellmuth Fellner argumentierte zur Überraschung der zahlreichen Besucher nicht auf der Linie seines Bruders, Wolfgang Fellner, Generalherausgeber beim News-Verlag, der unmittelbar nach Veröffentlichung der MA-Daten diese in einer Aussendung für "weitgehend unbrauchbar" erklärt hatte, eben aufgrund der geänderten Einstiegsfrage, die "junge Internetnutzer ausschließen würde." Für Hellmuth Fellner lag das Problem vielmehr in "atmosphärischen Änderungen". Also darin, dass der schriftliche Fragebogen (Konsum-Analyse) zum einen ungleich über die Quartale verteilt wurde und zum anderen mit einem Incentive verbunden war: mit einem Einkaufsgutschein im Gegenwert von 100 Schilling. Angeboten waren Gutscheine von Billa, Spar, Palmers und Libro. Dies sei durchaus ein "ergebnisrelevanter" Eingriff, wie auch G+J-Medienforscher Michael Walter bestätigte.
Petra Golja hielt dagegen: Eine Konsum Analyse gab es schon einmal und ein blick auf die Nicht-Media-Daten der MA zeige überdies ein stabiles und logisches Bild.

Die Fronten bleiben verhärtet. Der Beigeschmack bleibt schal.
Mehr zur Diskussion um die Media Analyse lesen Sie in HORIZONT 15/2002 vom 12. April 2002.

(spr)

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