Heftige Reaktionen auf Sarkozys Werbeverbot
 

Heftige Reaktionen auf Sarkozys Werbeverbot

Aktienkurse der französischen Privatsender TF1 und M6 schossen in die Höhe. Mediaagenturen bangen um bestimmte Zielgruppen.

Die Überlegungen des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy, die Werbung für die öffentlich-rechtlichen Sender abzuschaffen, sorgt allerorts für heftige Reaktionen. Positiv darauf reagierte der Aktienmarkt: die Kurse der Privatsender TF1 und M6 schnellten - in Erwartung zusätzlicher Werbeeinnahmen - in die Höhe. Mediaagenturen fürchten jedoch um eine bestimmte Zielgruppe, nämlich die der Besserverdiener und der über 50-Jährigen. Die Gewerkschaft warf Sarkozy vor, er wolle das öffentlich-rechtliche Fernsehen ausbluten lassen. Andere sprachen von Freunderlwirtschaft, denn angeblich sei der TF1-Eigentümer der Taufpate von Sarkozys Sohn.


In Frankreich finanzieren sich die Öffis zu 60 Prozent über Gebühren (116 Euro pro Jahr und Haushalt) und zu 40 Prozent über Werbeeinnahmen. Als Werbeersatz sprach Sarkozy von einer Steuer auf die dadurch erhöhten Werbeeinnahmen der Privaten sowie auf den Umsatz von Mobilfunkbetreibern und Internetanbietern. Sein Ziel: eine Art werbefreier BBC World Service zur weltweiten Verbreitung französischer Sprache und Kultur.

(dodo)


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